Jobportal für die Bahnbranche & ÖPNV

VRN fordert Bundesgelder

26.03.26

Die Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben sich in den vergangenen Wochen mit Nachdruck an den Bund gewandt, um auf die Dringlichkeit beim Ausbau des Schienenknotens Rhein-Neckar hinzuweisen. Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) begrüßt diesen gemeinsamen Vorstoß ausdrücklich. Der Schulterschluss der beiden Länder unterstreiche die große Bedeutung des Projekts für die gesamte Metropolregion Rhein-Neckar sowie für den nationalen und europäischen Schienenverkehr.

Eigenes finanzielles Engagement durch die Länder scheint es jedoch nicht zu geben, wobei der VRN dies augenscheinlich dort auch nicht öffentlich einfordert. In einem gemeinsamen Schreiben von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann und Staatssekretärin Elke Zimmer Ende Januar sowie einem weiteren Schreiben der rheinland-pfälzischen Mobilitätsministerin Katrin Eder (alle Grüne) Anfang März fordern die Länder den Bund auf, die Finanzierung für wichtige Maßnahmen im Schienenknoten Rhein-Neckar sicherzustellen.

Der Schienenknoten Rhein-Neckar zählt zu den wichtigsten Verkehrsdrehscheiben im europäischen Schienennetz. Er verbindet Baden-Württemberg mit großen Teilen Deutschlands und Europas und ist Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V). Gleichzeitig befindet sich hier mit dem zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands sowie dem zweitgrößten deutschen Binnenhafen eine zentrale Drehscheibe des europäischen Güterverkehrs, von dem die Wirtschaft im gesamten Südwesten profitiert. Der Schienenknoten ist aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Gesamtregion seit einigen Jahren erheblich überlastet, weil die Infrastruktur nicht ausreichend an die erhöhten Zugzahlen angepasst wurde. Die vorhandenen Engpässe wirken sich auf den Personen- und Güterverkehr in weiten Teilen Süddeutschlands aus.

„Der Ausbau des Schienenknotens Rhein-Neckar ist nicht nur ein regionales Projekt, sondern von zentraler Bedeutung für den Bahnverkehr in ganz Deutschland“, erklärt Christian Specht (CDU), Vorsitzender des Zweckverbands Verkehrsverbund Rhein-Neckar (ZRN) und Oberbürgermeister der Stadt Mannheim. „Dass Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hier gemeinsam gegenüber dem Bund auftreten, ist ein starkes Zeichen für die gesamte Region. Das Schreiben der beiden Länder unterstreicht, wie wichtig unser länderübergreifender Zweckverband auch nach 42 Jahren ist, um gemeinsam die Landesgrenzen immer wieder überwinden zu können.“

Aus Sicht des VRN ist es entscheidend, dass die zahlreichen Einzelmaßnahmen koordiniert umgesetzt werden. „Der Schienenknoten Rhein-Neckar ist ein komplexes Infrastrukturprojekt mit vielen miteinander verzahnten Bausteinen, die bisher aber leider in diversen Einzelprojekten getrennt voneinander geplant und von unterschiedlichen Stellen bei der DB verantwortet werden“, macht Michael Winnes, Geschäftsführer der VRN GmbH, deutlich.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de