02.04.26
Der Aufgabenträger Nah.SH hat seinen aktuellen Bahnhofsbericht für das Land Schleswig-Holstein vorgelegt: Die Beleuchtung an Bahnsteigen, Unterständen oder Unterführungen funktioniert nicht überall zuverlässig. An Wartehäuschen sind Scheiben häufig beschädigt, fehlen und werden erst nach längerer Zeit ersetzt. Vereinzelt mangelt es an Sitzmöglichkeiten. Graffiti und Schmierereien beeinträchtigen das Erscheinungsbild. Mangelnder Grünschnitt erschwert die Nutzung von Wegen und Leitsystemen.
Für die Instandhaltung der Stationen sind in Schleswig-Holstein mehrere Infrastrukturbetreiber zuständig: DB InfraGo für 144 Stationen, die AKN Eisenbahn für 39 Stationen und die Niederdeutsche Eisenbahn Niebüll (NEG) für sieben Stationen. Für den Bahnhof Norderstedt Mitte ist die Hamburger Hochbahn verantwortlich. Zu den Gewinnern der aktuellen Bewertung zählen insbesondere Stationen der AKN. Im Jahresdurchschnitt wurde die Schulnote 2,97 vergeben – 2024 lag diese noch bei 3,0.
Positiv bewerten die Gutachter die statischen Fahrgastinformationen an den Stationen im Land. Diese sind insgesamt zuverlässig vorhanden und haben sich an vielen Standorten verbessert. Genauso bewährt sich der Einsatz von LED-Beleuchtung. Die Wege zu Haltestellen des Ersatzverkehrs sind gut ausgeschildert. Auch die Ausstattung mit digitalen Informationssystemen und Lautsprechern ist ausgebaut. Verbesserungsbedarf sehen die Prüfer weiterhin bei der Fahrgastinformation bei abweichenden Fahrplänen. Auch Umsteigewege sind für Fahrgäste nicht überall ausreichend klar gekennzeichnet.
Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) erklärt: „Das Gutachten zeigt: Viele Stationen sind in einem ordentlichen Zustand, aber es gibt weiterhin Verbesserungsbedarf. Saubere, gut beleuchtete und barrierefreie Bahnhöfe sind die Visitenkarte des öffentlichen Nahverkehrs und für viele Menschen der erste Eindruck vom System. Deshalb schauen wir genau hin, damit die Infrastrukturbetreiber weiter daran arbeiten, die Qualität an den Stationen Schritt für Schritt zu verbessern. Zudem prüfen wir, an welchen Stellschrauben wir landesseitig drehen können, damit die Fahrgäste mit einem guten Gefühl ein- und aussteigen.“
Gemeinsam mit den Gutachtern definiert die Nah.SH aus Fahrgastsicht besonders schwerwiegende Mängel, die von den Infrastrukturunternehmen prioritär bearbeitet werden sollen. Über eine digitale Datenbank ist ein umfassendes Monitoring möglich: Alle beteiligten Akteure können nachvollziehen, ob und wann festgestellte Schäden behoben wurden.
Das Land Schleswig-Holstein und die Nah.SH haben keine direkten Verträge mit den Eisenbahninfrastrukturunternehmen und damit auch keine Möglichkeit, Qualitätsmängel unmittelbar zu sanktionieren. Nah.SH-Geschäftsführer Arne Beck sagt: „Mit den Stationskontrollen schaffen wir Transparenz über die Qualität an den Bahnhöfen im Land und eine gute Grundlage für eine bessere Zusammenarbeit mit den Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen.“
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de