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DB AG legt Bilanz für 2025 vor

02.04.26

Die Deutsche Bahn hat ihre Jahresbilanz für 2025 vorgelegt: Der Konzernumsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf rund 27 Milliarden Euro gestiegen. Das operative Konzernergebnis (EBIT bereinigt) hat sich um 630 Millionen Euro auf plus 297 Millionen Euro verbessert. Unter dem Strich bleibt das Jahresergebnis nach Steuern mit minus 2,3 Milliarden Euro jedoch deutlich negativ. Unter Berücksichtigung der Effekte aus dem Schenker-Verkauf erzielte der DB-Konzern einen Jahresüberschuss von 5,3 Milliarden Euro.

„Zufriedenheit wäre fehl am Platz“, sagte DB-Chefin Evelyn Palla: „Erst wenn wir wieder nachhaltig Jahresüberschüsse erwirtschaften und Investitionen aus eigener Kraft stemmen können, sind wir am Ziel.“ Alle Geschäftsfelder mit Ausnahme von DB Cargo haben 2025 jedoch bereits ein positives operatives Ergebnis erreicht.

Die Nettofinanzschulden sind per 31. Dezember 2025 um 11,9 Milliarden Euro auf rund 20,7 Milliarden Euro gesunken. Der Grund: Die Erlöse aus dem Verkauf von DB Schenker wurden wie geplant vorrangig für den Schuldenabbau eingesetzt. „Bei Umsatz und operativem Ergebnis hat die DB 2025 einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Eine Trendwende zeichnet sich ab. Besser ist aber noch nicht gut genug“, sagte Palla.

Vor allem zwei Sondereffekte haben 2025 das DB-Ergebnis beeinflusst: der vollzogene Verkauf von DB Schenker und eine Wertminderung bei DB Fernverkehr. Letztere hat zu einer hohen Abschreibung geführt. Die vom DB-Konzern fortgeführten Geschäftsbereiche verzeichneten einen Jahresfehlbetrag von 2,3 Milliarden Euro. Eine Abschreibung in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro bei DB Fernverkehr belastete das Jahresergebnis stark.

Grund für die Wertminderung sind künftig geringere Umsatzerwartungen bei DB Fernverkehr. Auch aufgrund der Streckung der Generalsanierungen bis 2036 erholen sich der Zustand der Infrastruktur und die Pünktlichkeit langsamer. Dies wirkt sich unmittelbar negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung von DB Fernverkehr aus.

Die Bruttoinvestitionen sind 2025 erheblich auf einen neuen Rekordwert von rund 22 Milliarden Euro gestiegen. Allein rund 19 Milliarden Euro flossen davon in die Infrastruktur. Die eigenfinanzierten Nettoinvestitionen des DB-Konzerns lagen mit rund 5,9 Milliarden Euro auf dem hohen Niveau des Vorjahres. In diesem Jahr investieren Bund und Bahn über 23 Milliarden Euro in die Infrastruktur.

Evelyn Palla: „Unsere Rekordinvestitionen in die Infrastruktur sind ein großer Schritt hin zur leistungsstarken Bahn von morgen. Wenn wir dieses Investitionsniveau halten, haben wir die Chance, den Abwärtstrend bei der Pünktlichkeit zu stoppen. Nichts wird schnell gehen, aber wir bauen konsequent an einem zuverlässigen Schienennetz für die gesamte Branche: 2026 wird ein Superbaujahr.“

2026 sei „das Jahr des Umbaus und des Aufbruchs“, so die DB-Chefin weiter: „Der Konzernumbau ist kein Selbstzweck. Wir bauen die DB um, um schneller und kundenorientierter zu handeln. Wir reduzieren intern konsequent unsere Bürokratie. Weniger Bürokratie ist ein Beitrag zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit. Entscheidungen fallen künftig dort, wo Eisenbahn gefahren wird – wo Kolleginnen und Kollegen für jeden pünktlichen Zug kämpfen. Nicht übermorgen, sondern bereits heute haben wir an jedem neuen Tag die Chance, besser zu werden.“

Die Transportbereiche der DB AG haben 2025 wirtschaftlich bereits etwas besser abgeschnitten als in den Vorjahren. DB Regio hat sein positives operatives Ergebnis auf insgesamt 191 Millionen Euro gesteigert. Auch DB Regio Straße mit seinen Busgesellschaften hat seit acht Jahren erstmals wieder einen operativen Gewinn erzielt.

DB Fernverkehr hat 2025 den Einstieg in die Sanierung geschafft. Der Fernverkehr ist beim bereinigten operativen Ergebnis mit 45 Millionen Euro (Vorjahr: minus 96 Millionen Euro) zurück in den schwarzen Zahlen. Umsatz und Verkehrsleistung sind auf ein neues Rekordniveau gestiegen, bleiben jedoch aufgrund der infrastrukturellen Rahmenbedingungen hinter den Erwartungen zurück.

Die hohe Zahl an Baustellen, unter anderem infolge der Rekordinvestitionen in die Schieneninfrastruktur, hat 2025 die Pünktlichkeit ausgebremst. 60,1 Prozent der DB-Fernverkehrszüge erreichten 2025 pünktlich ihr Ziel (Vorjahr: 62,5 Prozent). Auch im Superbaujahr 2026 wird die Pünktlichkeit unter Druck bleiben. Die hohen Bauaktivitäten werden wohl bis Mitte der 2030er Jahre andauern; was danach kommt, ist aktuell noch nicht absehbar.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de