07.04.26
Anlässlich der Fachmesse XPONENTIAL Europe geben Rheinmetall, die MIRA GmbH und die Rheinbahn AG den Start eines gemeinsamen Pilotbetriebs für ein teleoperiertes Shuttle am Flughafen Düsseldorf bekannt. Der Testbetrieb beginnt im Mai 2026. Die Shuttle-Strecke führt vom Flughafen-Bahnhof und EUREF-Campus zum Flughafen-Terminal und zurück – und verläuft vollständig im öffentlichen Straßenverkehr.
Im Rahmen des Pilotprojekts wird die Fernsteuerung von Fahrzeugen als zentrale Technologie für den flexiblen und wirtschaftlichen Einsatz bedarfsgerechter Shuttlefahrzeuge im urbanen Raum erprobt. Die Fahrzeuge werden aus einem Leitstand präzise gesteuert und kontinuierlich überwacht – ohne Fahrer im Fahrzeug. Während der Testphase begleitet ein „Safety Driver“ den Betrieb und sorgt für zusätzliche Sicherheit. Ziel ist es, die Technologie unter realen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln und systematisch zu evaluieren.
Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn, erklärt: „Der ÖPNV steht vor strukturellen Herausforderungen bei Personal und Finanzierung. Wenn wir Verlässlichkeit sichern wollen, müssen wir technologische Optionen konsequent prüfen. Deshalb gehen wir neue Wege und testen Technologien dort, wo sie wirken müssen: im Alltag.“
„Der Testbetrieb von teleoperierten Shuttlefahrzeugen im öffentlichen Straßenraum ist ein wichtiger Schritt. Wir entscheiden auf Basis belastbarer Daten, ob und wie Teleoperation dauerhaft Teil unserer Betriebsstruktur wird. Für uns steht nicht die Technologie selbst im Mittelpunkt, sondern ihr konkreter Mehrwert für einen leistungsfähigen, resilienten und bezahlbaren Nahverkehr. Entscheidend ist, dass wir mit neuen Technologien unseren Betrieb stabiler machen und unseren Fahrgästen einen echten Mehrwert im Alltag bieten.“
Der Pilotbetrieb ist Teil des Forschungsprojekts PoQuaSIA, das im Rahmen der europäischen 8ra-Initiative durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert wird. Ziel der Initiative ist der Aufbau einer widerstandsfähigen und skalierbaren digitalen Infrastruktur für sicherheitskritische Anwendungen. Rheinmetall und MIRA GmbH entwickeln gemeinsam ein integriertes Gesamtsystem aus hochsicherer Cloud-Infrastruktur, IoT-Plattform und echtzeitfähigem Flotten- und Routenmanagement.
Die sichere Cloud-Infrastruktur bildet das technologische Rückgrat der Teleoperation. Sie verbindet Fahrzeuge, Operatoren und Betriebsprozesse in Echtzeit, ermöglicht geringe Latenzen, hohe Verfügbarkeit sowie die skalierbare Anbindung mehrerer Fahrzeuge. Damit schafft sie eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb teleoperierter und perspektivisch autonomer Flotten im ÖPNV.
Stephan Keller (CDU), Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, betont: „Innovationen wie diese entstehen nicht am Reißbrett, sondern im Zusammenspiel starker Partner. Mit Rheinbahn und MIRA wird hier konkret erprobt, wie neue Technologien im Alltag funktionieren können.“
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de