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LVB unterstützt autonomes Fahren

08.04.26

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH setzen gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft die Entwicklung autonomer Mobilitätssysteme für den öffentlichen Personennahverkehr konsequent fort. Mit der „Sächsischen Initiative Automatisierte Shuttle im ÖPNV – SIAS-ÖV“ startet nun ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt, das den Weg für fahrerlose Shuttlebusse industrieller Hersteller im öffentlichen Verkehr ebnen soll.

Die Europäische Kommission und der Freistaat Sachsen stellen Fördermittel in Höhe von rund 9,5 Millionen Euro im Rahmen der sächsischen EFRE-Technologieförderung 2021–2027 bereit. Vor Ostern übergab der Sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, Dirk Panter (SPD), die Fördermittelbescheide in Leipzig. Das Projekt wird von den LVB als Konsortialführer koordiniert und vereint führende Akteure aus Forschung, Industrie und Verkehrswirtschaft.

Übergeordnetes Ziel ist die gesamtheitliche Entwicklung eines integrierten Mobilitätssystems für hochautomatisierte Shuttlebusse der Automatisierungsstufe SAE-Level 4, die perspektivisch ohne Fahrpersonal betrieben werden können. Im Mittelpunkt des aktuellen Vorhabens steht die Integration einer perspektivisch serientauglichen europäischen Fahrzeuglösung in das Leipziger Ökosystem „autonomer ÖPNV“. Damit wird ein bedeutsamer Schritt in Richtung eines skalierbaren Gesamtsystems aus autonomen Fahrzeugen, digitaler Infrastruktur, Leitstellentechnik und Datenplattformen unternommen.

„In Sachsen arbeiten innovative Partner an der Mobilität der Zukunft. Mit der Entwicklung des autonomen Fahrens im ÖPNV trägt das Projekt nicht nur zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten sächsischen Unternehmen bei, sondern dient gleichzeitig der Anpassung der Gesellschaft an demografische Herausforderungen“, stellte Wirtschaftsminister Dirk Panter zur Bescheidübergabe in Leipzig fest.

„Darüber hinaus ist das wirtschaftliche Potenzial bei der Verwertung der Projektergebnisse sehr hoch. Wir tragen gemeinsam mit den Projektpartnern das Projektrisiko, erwarten aber gleichzeitig, dass bei erfolgreicher Durchführung des Vorhabens in den geförderten Unternehmen perspektivisch auch zukunftsfähige Arbeitsplätze entstehen oder gesichert werden können“, betont der Minister.

Automatisierte Shuttle gelten als eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft des öffentlichen Verkehrs. Sie können maßgeblich dazu beitragen, zentrale Herausforderungen der Branche wie den zunehmenden Fahrermangel, steigende Betriebskosten sowie veränderte Mobilitätsbedürfnisse zu lösen.

Integriert als Ergänzung bestehender Systeme sind sie in der Lage, die Teilhabe der Bürger an öffentlicher Mobilität im Sinne der Daseinsvorsorge erheblich zu verbessern. Im Portfolio der Leipziger Verkehrsbetriebe sollen die Fahrzeuge künftig flexibel eingesetzt werden, beispielsweise für Rufbetriebsangebote als Zubringer.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de