09.04.26
Der Kölner SPNV-Aufgabenträger go.Rheinland hat vor Ostern seinen 13. Stationsbericht publiziert, der sich mit dem Zustand der Bahnhöfe und Haltepunkte im Zuständigkeitsbereich befasst. Auch 2025 wurden diese genau unter die Lupe genommen. Untersucht wurden dabei unter anderem Merkmale wie Sauberkeit, der Zustand von Sitzgelegenheiten, Abfallbehältern und Vitrinen sowie die Funktionalität des Wetterschutzes.
Von den 201 Stationen im go.Rheinland-Gebiet wurden im vergangenen Jahr insgesamt 195 von den Profitestern in Augenschein genommen und bewertet. Aufgrund der Flutauswirkungen konnten sechs Stationen nicht erfasst werden.
Bei der Untersuchung werden die Stationen in vier Kategorien unterteilt: sehr gut/ausgezeichnet, ordentlich/akzeptabel, entwicklungsbedürftig/noch akzeptabel und inakzeptabel. Das Gesamtergebnis des Jahres 2025 liegt deutlich unter dem Niveau des Vorjahres: In der besten Kategorie (sehr gut/ausgezeichnet) landeten 2025 zehn Bahnhöfe und Haltepunkte (Vorjahr: 22). Der Kategorie ordentlich/akzeptabel konnten dieses Jahr 98 Stationen zugeordnet werden, 2024 waren es noch 126.
Auf dem Gebiet von go.Rheinland sind neben der DB InfraGO AG noch die EVS Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) und die Rurtalbahn GmbH (RTB) für den Betrieb der Stationen verantwortlich. Die Anzahl der Bahnhöfe und Haltepunkte mit inakzeptablen Mängeln ist im Vergleich zu 2024 von vier Prozent auf acht Prozent gestiegen (2025: 16, 2024: neun); im Jahr 2023 lag sie bei sechs Prozent.
Die Anzahl der entwicklungsbedürftigen oder noch akzeptablen Stationen ist von 41 auf 71 gestiegen und beträgt damit inzwischen 37 Prozent der untersuchten Bahnhöfe und Haltepunkte. Die deutliche Mehrheit der Bahnhöfe und Haltepunkte (55 Prozent) befindet sich damit jedoch nach wie vor im ordentlichen (50 Prozent) bis sehr guten Zustand (5 Prozent).
Der größte Handlungsbedarf besteht an den Stationen Duckterath (73,89 Prozent, Linie S 11) und Quadrath-Ichendorf (74,39 Prozent, Linie RB 38). Den dritt- und viertletzten Platz belegen Hückelhoven-Baal (74,57 Prozent; Linien RE 4, RB 33) und Köln-Ehrenfeld (75,91 Prozent; Linien RE 1, RE 8, RE 9, RB 27, RB 38, S 12, S 19).
Zu den Verschlechterungen bei der Bewertung haben vor allem die vielfach auftretenden Graffiti und zahlreiche Vandalismusvorfälle geführt. Um diesem Trend entgegenzuwirken, läuft bereits seit 2022 eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Aufgabenträger go.Rheinland und der DB InfraGO AG. Neben der Graffitibeseitigung beinhaltet diese Vereinbarung zudem die Umsetzung von Kunst-Graffiti an gemeinsam ausgewählten Stationen.
In der Gesamtbetrachtung zeigt sich, dass es die größte Verschlechterung beim Kriterium „Sauberkeit der Aufzüge“ gegeben hat (-14,5 Prozentpunkte; 72,7 Prozent Durchschnitt). Ebenfalls gesunken sind die Ergebnisse beim „Bauzustand des Zugangsbereichs“ (-12,9 Prozentpunkte; 84 Prozent Durchschnitt).
Seit dem vergangenen Jahr hat go.Rheinland im eigenen Gebiet nach und nach 330 hochmoderne Ticketautomaten aufstellen lassen, die sich durch eine hohe Bedienerfreundlichkeit auszeichnen. Das macht sich auch bei den jetzigen Ergebnissen bemerkbar. Die größte Verbesserung gab es beim „Erscheinungsbild der Fahrausweisautomaten“, das sich um 15,9 Prozentpunkte verbessert hat (89,7 Prozent Durchschnitt). Die Funktionalität der Entwerter stieg um 10,6 Prozentpunkte auf einen Topwert von nun 99,8 Prozent im Durchschnitt.
Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland: „Nachdem die Qualitätsprüfungen im Jahr zuvor endlich einmal wieder Verbesserungen zeigen konnten, ist die Qualität im Jahr 2025 leider deutlich gesunken. Wir fordern die Stationsbetreiber, Städte und Gemeinden dazu auf, aktiv gegenzusteuern. Auch wenn uns bewusst ist, dass Ausstattungselemente nach einer Instandsetzung leider oft sofort wieder mutwillig zerstört oder mit Graffiti verschmutzt werden, schauen wir nicht weg. Gerade an den Stationen im nicht mehr akzeptablen Zustand werden wir gemeinsam mit den Infrastruktureigentümern die Probleme angehen und entsprechende Maßnahmen entwickeln.“
Für die Bewertung des Erscheinungsbilds wurden sowohl die Zugangsbereiche als auch die Bahnsteige nach einheitlicher Methodik bewertet. Dabei wird nicht nach Verantwortungsbereichen unterschieden, weder zwischen Infrastrukturbetreibern noch zwischen den Eigentümern der Bahnhofsimmobilien, die manchmal auch privater oder kommunaler Natur sind.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de