09.04.26
Die Märkische Verkehrsgesellschaft GmbH (MVG) hat vor Ostern auf dem Betriebshof in Lüdenscheid die „Einflottung“ von zwanzig Elektrobussen gefeiert. Bereits im November waren die ersten beiden Fahrzeuge vom Typ Mercedes-Benz eCitaro als Solobusse angekommen.
Die 18 noch fehlenden Fahrzeuge der ersten Beschaffungsrunde wurden in den vergangenen Wochen geliefert und nehmen nun ihren Dienst im Märkischen Kreis auf. Fünf weitere eCitaros aus einer zusätzlichen Beschaffung sollen Mitte der zweiten Jahreshälfte folgen. Ausgangspunkt für die Umstellung von Diesel- auf Elektromotoren ist die Umsetzung des 2021 verabschiedeten Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetzes des Bundes, das auf der Clean Vehicles Directive der EU beruht. Dieses Gesetz schreibt verbindliche Quoten für emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge bei Neubeschaffungen vor.
Die Antriebswende bei der MVG macht umfangreiche Aus- und Umbaumaßnahmen an den Betriebsstandorten in Lüdenscheid und Iserlohn erforderlich. Am Betriebshof Lüdenscheid sind die Arbeiten an der Ladeinfrastruktur mit 21 Ladepunkten sowie an der Fahrzeughalle und der Werkstatt inzwischen abgeschlossen.
Am Betriebshof in Iserlohn werden die dort geplanten 22 Ladepunkte voraussichtlich bis Ende März fertiggestellt. Zusätzlich werden aktuell eine Hochdruck-Nebel-Löschanlage, eine Krananlage sowie ein Dacharbeitsstand installiert. Darüber hinaus wird die Hoffläche erweitert. Auch diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit den gesetzlichen Vorgaben zur Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge.
Nach Abschluss der Arbeiten sollen voraussichtlich im Sommer 2026 auch in Iserlohn Elektrobusse in Betrieb gehen. Zur Finanzierung der umfangreichen Investitionen hat sich die MVG erfolgreich Fördermittel in Höhe von 9,26 Millionen Euro für Neubeschaffungen und bauliche Maßnahmen gesichert.
Den größten Anteil daran trägt das Bundesministerium für Verkehr (BMV) mit 5,1 Millionen Euro für die Beschaffung von 25 der vorgestellten eCitaros. Weitere Fördermittelgeber sind unter anderem das Land Nordrhein-Westfalen sowie der Zweckverband Mobilität Ruhr-Lippe (ZRL).
MVG-Geschäftsführerin Frauke Effert erklärt dazu: „Wir wissen, dass unter anderem durch diese gesetzlichen Vorgaben für unsere Flotte hohe Kosten auf die Kommunen zukommen. Deshalb haben wir intensiv nach Fördermöglichkeiten geschaut, die diese Kosten abdämpfen können. Dabei galt für uns das Prinzip der kaufmännischen Vorsicht: Wir haben Förderungen beantragt, wir haben sie aber nicht als festen Bestandteil unserer Planung vorausgesetzt.“
Während Länge und Breite der neuen Fahrzeuge mit denen der Dieselbusse vergleichbar sind, ist der eCitaro aufgrund der auf dem Dach verbauten Batterien rund dreißig Zentimeter höher. Die Motorleistung liegt mit 225 kW sogar leicht über der Leistung der Dieselbusse mit 220 kW, was etwa 306 beziehungsweise 300 PS entspricht.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de