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Qualitätsbericht zur S-Bahn München

15.04.26

Die Zuverlässigkeit der S-Bahn München hat sich im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert. Im Schnitt waren 87,9 Prozent aller Züge pünktlich – knapp ein Prozentpunkt mehr als 2024 mit 87 Prozent. Zudem fielen 2025 weniger Züge aus: Die Zugausfallquote verbesserte sich um 1,3 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent. Auffallend war allerdings, dass die Pünktlichkeit im Laufe des Jahres wieder nachließ. Als pünktlich gelten alle Züge, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben. Hauptursache für Verspätungen im Münchner S-Bahn-Verkehr war weiterhin die störanfällige Infrastruktur. Für die Zugausfälle waren erneut Bauarbeiten der DB InfraGo der maßgebliche Faktor.

„Das sind ein paar Lichtblicke, aber noch nicht der große Wurf und auch noch nicht die erhoffte Trendumkehr. Wir wollen aber, dass die S-Bahn München wieder Pünktlichkeitswerte wie in den 2010er-Jahren mit um die 93 bis 94 Prozent erreichen kann. Das wird für den neuen Münchner S-Bahn-Chef Matthias Glaub eine Herkulesaufgabe. Dabei braucht er auch Rückenwind durch den Bund und DB InfraGo, denn Dreh- und Angelpunkt bleibt eine endlich wieder zuverlässige Bahninfrastruktur im Raum München“, sagt Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), der auch BEG-Aufsichtsratsvorsitzender ist. Matthias Glaub wird zum 1. Mai die Nachfolge von Heiko Büttner als Vorsitzender der Geschäftsleitung bei der S-Bahn München übernehmen.

Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG, stößt ins selbe Horn: „Die Zuverlässigkeit der Münchner S-Bahn ist noch lange nicht wieder dort, wo sie sein soll. Aufgrund der durchaus wirksamen Gegenmaßnahmen der DB hatten wir uns eigentlich eine bessere Jahresbilanz erhofft, sind aber dann in der zweiten Jahreshälfte leider stark ernüchtert worden. Das bereitet mir schon erhebliche Sorge.“

Nachdem sich die Pünktlichkeitswerte bis Mai 2025 im Vergleich zum Vorjahr noch weitgehend positiv entwickelt hatten und im Schnitt bei über 90 Prozent lagen, verschlechterten sich die Werte im weiteren Verlauf wieder deutlich. Im Oktober und November 2025 wurde mit knapp über 80 Prozent ein Tiefstand erreicht.

Die Gründe für den Rückgang im zweiten Halbjahr waren insbesondere Langsamfahrstellen auf mehreren Strecken (unter anderem S4 und S7), Störungen an der Signaltechnik sowie eine hohe Dichte parallellaufender Baustellen. Zudem erschweren das Alter und die hohe Auslastung der Infrastruktur eine schnelle Stabilisierung des Betriebs. Nach behobenen Störungen dauert es häufig länger, bis der Verkehr wieder im Takt ist.

Die höchste Pünktlichkeitsquote erreichten die S-Bahnen auf dem Ostast der Linie S3 München – Holzkirchen: 93,7 Prozent kamen auf dieser Strecke im Jahresdurchschnitt pünktlich an. Auf dem Westast der Linie S4 München – Geltendorf waren dagegen nur 83,4 Prozent der S-Bahnen pünktlich unterwegs und bildeten damit im Vergleich der einzelnen Linienäste das Schlusslicht.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de