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Stadler eröffnet Werk in Niederösterreich

16.04.26

Stadler hat in Obersiebenbrunn bei Wien eine Werkhalle für Züge eröffnet. Der neue Standort spielt eine zentrale Rolle in der Instandhaltung von Hochgeschwindigkeitszügen sowie bei der Auslieferung sämtlicher Fahrzeugprojekte von Stadler. Mit dem Bau der neuen Anlage stärkt das Unternehmen seine Präsenz in Österreich.

Mit der feierlichen Eröffnung der neuen Halle in der vergangenen Woche erweitert Stadler seine Kapazitäten für die Inbetriebsetzung, Zulassung und den Service moderner Schienenfahrzeuge im Land. In der Werkhalle werden seit März 2026 die Hochgeschwindigkeitszüge der Westbahn gewartet, womit Stadler die Verfügbarkeit der Fahrzeuge sicherstellt.

„Österreich ist für uns ein wichtiger Markt. Deshalb bauen wir unsere Präsenz gezielt aus. Das neue Servicezentrum ist dabei ein wichtiges Puzzleteil. Mit der neuen Werkhalle schaffen wir die Voraussetzungen, um die Hochgeschwindigkeitszüge effizient zu warten. Das ist entscheidend für einen stabilen und zuverlässigen Betrieb“, so Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident von Stadler.

Die neue Stadler-Halle ist weit mehr als eine Werkstatt – sie ist eine „Halle für alle“ und steht künftig sämtlichen Betreibern für Servicearbeiten an Stadler-Fahrzeugen zur Verfügung. Grundsätzlich können Eisenbahnhersteller im Rahmen des After-Sales-Geschäfts jedoch auch die Instandhaltung von Fahrzeugen übernehmen, die von direkten Wettbewerbern gebaut wurden.

Die Anlage ermöglicht es, die Vorbereitung verschiedenster Testfahrten zu optimieren und zu standardisieren. Dies ist entscheidend, damit Züge noch schneller in Betrieb genommen werden können.

„Mit dieser Anlage reagieren wir auf die steigenden Anforderungen eines immer dichteren und technologisch anspruchsvolleren Bahnverkehrs. Damit schaffen wir die Grundlage, um Züge effizient, nachhaltig und auf höchstem technischem Niveau zu betreuen. Unser Ziel ist klar: Mit diesem Projekt setzen wir einen entscheidenden Impuls für die Zukunftsfähigkeit der Bahn“, erklärt Christian Diewald, CEO von Stadler Austria.

Realisiert wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit Strabag. Die Umsetzung in kurzer Bauzeit zeigt, wie effizient industrielle Infrastrukturprojekte durch abgestimmte Partnerschaften realisiert werden können.

„Mit der neuen Instandhaltungshalle haben wir in nur sieben Monaten Bauzeit gemeinsam mit Stadler einen wichtigen Beitrag für eine moderne und verlässliche Bahninfrastruktur in Österreich geleistet. Sie stärkt das System Bahn deutlich, weil moderne Fahrzeuge schneller und effizienter gewartet werden können. Davon profitieren täglich tausende Fahrgäste. Solche Infrastrukturprojekte erhöhen die Qualität des öffentlichen Verkehrs und machen Österreich als Wirtschafts- und Mobilitätsstandort nachhaltig attraktiver“, so Franz Redl, Vorstandsmitglied der Strabag AG Österreich.

Auch aus politischer Sicht leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Bahnverkehrs in Österreich und damit zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts.

„Die Bahnindustrie ist eine Schlüsselbranche für Österreich und Europa: Sie schafft zehntausende Arbeitsplätze, treibt Innovation voran und stärkt unsere industrielle Wertschöpfung. Mit der neuen Halle von Stadler wird gezielt in diese Zukunft investiert – in moderne Infrastruktur, Know-how und Wettbewerbsfähigkeit. Solche Projekte sichern Wertschöpfung im Land und stärken Österreich nachhaltig als leistungsfähigen Bahn- und Industriestandort“, betont Peter Hanke (SPÖ), Österreichs Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.

„Dieses Projekt ist ein starkes Signal für den Standort Niederösterreich. Es zeigt, dass wir mit unserer klaren Wirtschaftsstrategie und gezielten Standortpolitik international tätige Industrieunternehmen anziehen und langfristig binden können. Gleichzeitig entstehen hochwertige Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung in der Region“, ergänzt Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Landeshauptfrau von Niederösterreich.

Die neue Halle wurde als Erweiterung der bestehenden Anschlussbahn auf dem Betriebsgelände der Agrana in Obersiebenbrunn/Leopoldsdorf errichtet. Sie umfasst neben einer rund 225 Meter langen und etwa 4.600 Quadratmeter großen Halle auch Büroräume sowie eine zusätzliche Zelthalle, die als Lager genutzt wird.

Durch die direkte Anbindung an das Bahnnetz, inklusive einer künftig mit ETCS ausgestatteten 200-km/h-Strecke, ist der Standort optimal in das europäische Bahnsystem integriert.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de