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Nahverkehrsplan in Augsburg beschlossen

20.04.26

Die Aufgabenträger im Nahverkehrsraum Augsburg haben den aktualisierten Nahverkehrsplan beschlossen. Er tritt rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft und setzt den Rahmen für Ausbau, Qualität und Verknüpfung des ÖPNV in Stadt und Region. Der Nahverkehrsplan von 2015 wurde grundlegend überarbeitet, um Angebot und Planung an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

„Mit dem Nahverkehrsplan Augsburg 2026Plus liegt ein umfassendes Strategiedokument für die Stadt Augsburg sowie die Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg und Dillingen a.d. Donau vor“, erklärt Manuela Schaar, Geschäftsführerin des Augsburger Verkehrsverbundes (AVV).

Der Nahverkehrsplan entstand mit Unterstützung spezialisierter Beratungsunternehmen in enger Abstimmung mit Aufgabenträgern und AVV. Grundlage waren Daten- und Planungsanalysen sowie Prognosen; zusätzlich wurden Kommunen, Verkehrsunternehmen und Interessenvertretungen in einem breiten Beteiligungsprozess eingebunden.

Bevölkerungswachstum, Pendlerverkehre und neue Siedlungs- und Gewerbeflächen erhöhen die Mobilitätsnachfrage in der Region. Der Nahverkehrsplan beschreibt dazu eine langfristige Strategie für einen leistungsfähigen und klimafreundlichen ÖPNV mit drei Hauptzielen.

Der Nahverkehrsplan priorisiert den Ausbau nachfragestarker Hauptachsen als Rückgrat des ÖPNV. Dort sollen Takt, Zuverlässigkeit und Qualität gebündelt werden; zugleich wird der Busverkehr stärker auf Bahnhöfe und zentrale Umsteigepunkte ausgerichtet, um durchgängige Reiseketten zu erleichtern.

Der Stadtverkehr Augsburg soll insbesondere durch mehrere Maßnahmen weiterentwickelt werden. Geplant ist die Einrichtung von Tangentiallinien, um Querverbindungen außerhalb des Zentrums zu stärken und Umwege über die Innenstadt zu vermeiden. Zudem wird eine verbesserte Anbindung des Universitätsklinikums Augsburg angestrebt, um dessen wachsende Bedeutung als Versorgungs- und Arbeitsstandort zu berücksichtigen.

Darüber hinaus ist eine stärkere Verzahnung von Regionalbus und Stadtverkehr vorgesehen, um Parallelverkehre zu reduzieren und die Umsteigequalität – insbesondere an den Schnittstellen zwischen Stadt und Umland – zu verbessern. Perspektivisch soll auch der Stadtverkehr innerhalb von Augsburg weiterentwickelt werden, wobei die kreisfreie Stadt Augsburg hier weitgehend selbst zuständig ist.

Ergänzend zu den Hauptachsen setzt der Nahverkehrsraum auf die AktiVVo-On-Demand-Verkehre als Zubringer zum Linien- und Schienenverkehr. Fahrten werden per App oder Callcenter gebucht; die Fahrzeuge verkehren nur bei Bedarf und sind besonders für dünner besiedelte Räume geeignet.

Der Nahverkehrsplan stärkt zudem intermodale Knotenpunkte, an denen der Umstieg zwischen ÖPNV, Park-and-Ride und Sharing-Angeboten erleichtert wird. Digitale Fahrgastinformationen sowie integrierte Ticket- und Mobilitätslösungen sollen Reiseketten transparenter machen. Zuletzt ist auch ein weiterer Ausbau der Barrierefreiheit vorgesehen.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de