23.04.26
Mit weit über 3.000 Fachbesuchern und 156 Ausstellern aus 25 Ländern war die diesjährige Bus2Bus-Messe erneut ein Erfolg und hat die Strahlkraft der Veranstaltung bewiesen. In über hundert Diskussionsrunden und mehr als 120 Referenten hat ein hochkarätiges Fachprogramm für Unterhaltung und Informationsfluss gesorgt.
Im Mittelpunkt stand dabei der intensive Dialog zwischen Politik und Branche. Dieser fand nicht nur auf den Bühnen statt, sondern zog sich durch die gesamte Messe: auf der Partner Stage, bei zahlreichen Standbesuchen von Abgeordneten sowie in direkten Gesprächen mit Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Neben dem aktuellen Dauerbrenner der steigenden Energiepreise ging es auch um Themen wie Bürokratieabbau, Fachkräftesicherung, alternative Antriebe und regulatorische Rahmenbedingungen.
Den offiziellen Auftakt bildete die Eröffnung durch Andreas Kraus, Staatssekretär für Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin. Im weiteren Verlauf setzte Raluca Marian, Generaldirektorin der IRU-Vertretung bei der Europäischen Union, mit einem Impuls zur europäischen Verkehrspolitik erste inhaltliche Akzente und bereitete damit den Boden für den ersten Politik-Talk.
Unter dem Titel „Umsetzung von EU-Vorgaben: Zwischen Goldrand und Steingut?“ diskutierten Thorsten Alsleben (Initiative neue soziale Marktwirtschaft), Rolf Diemer (EU-Kommission), Engelhardt (BGL), Christiane Leonard (bdo), Sepp Müller (MdB, CDU) und Jan Schilling (Deutsche Bahn AG) die Auswirkungen europäischer Regulierung. Deutlich wurde dabei: Zusätzliche Pflichten und komplexe Verfahren führen häufig zu erheblichen Belastungen – ohne erkennbaren Mehrwert. Entsprechend klar fiel die Forderung nach weniger Regelungen, mehr Augenmaß und stärkerer Praxisnähe aus.
Auch jenseits der Bühnen wurden politische Themen intensiv verhandelt. Auf der dieses Jahr zum ersten Mal ins Leben gerufenen Partner Stage setzten die bdo-Landesverbände praxisnahe Impulse, etwa zu regionalen Herausforderungen und der konkreten Umsetzung politischer Vorgaben. Der Austausch am bdo-Stand sowie die Future Night boten zusätzliche Gelegenheiten für vertiefte Gespräche zwischen Politik und Branche.
Ein besonderer Höhepunkt war das Grußwort von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am zweiten Messetag. Er unterstrich die zentrale Rolle des Busmittelstands für eine klimafreundliche und leistungsfähige Mobilität und hob die Chancen des autonomen Fahrens hervor – insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel, Effizienzsteigerungen und neue Angebote im ÖPNV. Gleichzeitig kündigte er an, die Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln, und sprach sich für einen spürbaren Bürokratieabbau sowie Verbesserungen beim Busführerscheinerwerb und der Berufskraftfahrerqualifikation aus. Bei seinem anschließenden Rundgang konnte er sich persönlich von der Innovationskraft der ganzen Branche überzeugen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de