24.04.26
Daimler Buses plant in den nächsten Jahren, bis zu 200 Millionen Euro in sein europäisches busspezifisches Servicenetz zu investieren – so viel wie nie zuvor. Der Hersteller verfügt mit mehr als 630 Standorten, davon 36 eigene Service Center, bereits über das dichteste Netzwerk Europas. Mit neuen Service-Standorten, modernisierten Betrieben und einem erweiterten Angebot insbesondere für Ladeinfrastruktur will das Unternehmen seine führende Position im Bus-Service weiter ausbauen.
Daimler Buses rechnet mit einem wachsenden Kundeninteresse sowohl am Aufbau als auch am Betrieb von E-Infrastruktur aus einer Hand. Der Hersteller bietet dies bereits an und baut sein Angebot gezielt weiter aus: Neu sind eine eigene Hotline und ein eigenes Team ausschließlich für den Ladesäulen-Service – zunächst in Deutschland und in den nächsten Jahren auch in zahlreichen europäischen Ländern. Das Unternehmen sieht im Bereich Infrastruktur großes Potenzial.
Dies hat Till Oberwörder letzte Woche im Rahmen eines Pressegesprächs anlässlich des dreißigjährigen Jubiläums der Daimler-Buses-Servicemarke Omniplus bekanntgegeben. Ein weiteres wichtiges Wachstumsfeld sieht der Hersteller im Bereich digitale Services und Vernetzung.
Till Oberwörder, CEO Daimler Buses: „Service macht den Unterschied! Busse verdienen nur dann Geld, wenn sie im Einsatz sind. Dafür brauchen unsere Kunden einen Partner, der sie von der Fahrzeugauswahl über die passende Infrastruktur bis zur schnellen und verlässlichen Wartung unterstützt. Für Ladesäulen gilt das Gleiche: Wenn sie ausfallen, steht der Betrieb. Daimler Buses wird deshalb zum Anbieter von Service-Ökosystemen, damit Unternehmen sich voll auf ihr Geschäft konzentrieren können. Genau hier unterscheiden wir uns zu anderen in unserem Marktumfeld.“
Daimler Buses hat ebenfalls angekündigt, in Kürze seinen ersten batterieelektrisch angetriebenen Reisebus als Technologieträger „eCoach“ auf Testfahrt zu schicken. Dieser basiert auf dem konventionell angetriebenen Setra Modell 516 HD. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt zahlt auf die E-Roadmap des Unternehmens ein.
Der Hersteller bietet seit 2018 den E-Stadtbus Mercedes-Benz eCitaro an und bringt ab diesem Jahr den elektrisch angetriebenen Überlandbus Mercedes-Benz eIntouro auf den Markt. Der eIntouro eignet sich auch für kleinere Reisen, Shuttle-, Ausflugs- oder Schulbusverkehre und gilt damit als eines der derzeit sinnvollsten Einsatzszenarien für E-Busse außerhalb des urbanen ÖPNV.
Daimler Buses plant, bis Ende des Jahrzehnts batterieelektrische und später Brennstoffzellen-Reisebusse anzubieten, sieht aber weiterhin eine unzureichende Lade- und H2-Infrastruktur für längere Strecken. Ende 2025 hat das Unternehmen angekündigt, auch öffentliche Ladesäulen an touristisch stark frequentierten Standorten und Verkehrsknotenpunkten aufzubauen – unter anderem in München und Köln. Der Hersteller will damit einen wichtigen Impuls geben.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de