Jobportal für die Bahnbranche & ÖPNV

Neue Studie zur Revierbahn West

30.04.26

Mit der Präsentation der Bewertungsmatrix erreicht die Machbarkeitsstudie „Reaktivierung und Neubau der Revierbahn West“ ein wichtiges Zwischenziel. Die beiden zuständigen Aufgabenträger Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und go.Rheinland haben im Rahmen der vierten Sitzung des Lenkungskreises die insgesamt zwölf untersuchten Trassenvarianten vorgestellt. Diese verteilen sich auf jeweils sechs Varianten in den beiden sogenannten Lupenräumen.

Mit diesem Schritt rückt die Ermittlung der Vorzugsvarianten deutlich näher. Während die regionalen Varianten auf eine möglichst engmaschige Erschließung setzen und viele Siedlungs- und Wirtschaftsbereiche anbinden, legen die schnellen Varianten den Schwerpunkt auf höhere Reisegeschwindigkeiten und kürzere Fahrzeiten zwischen den wichtigsten Verkehrsknoten – bei entsprechend geringerer Haltestellendichte.

Das methodische Herzstück der Untersuchung bildet die Bewertungsmatrix. Sie ermöglicht einen systematischen und nachvollziehbaren Vergleich der einzelnen Varianten innerhalb klar definierter Kriterien und sorgt so für Transparenz im Entscheidungsprozess.

Die Matrix gliedert sich in drei Hauptkategorien: „Raumwiderstand“, „Attraktivität“ sowie „Technik und Betrieb“. Im Bereich Raumwiderstand wird bewertet, wie stark eine Trasse in bestehende Raumstrukturen eingreift. Die Kategorie Attraktivität untersucht, wie gut eine Variante die Erschließungsqualität verbessert und wichtige Ziele anbindet. Technik und Betrieb schließlich bewerten die technische Machbarkeit sowie den infrastrukturellen und betrieblichen Aufwand.

Ein wesentliches Merkmal der Bewertungsmethodik ist, dass die Varianten ausschließlich innerhalb der jeweiligen Kategorie miteinander verglichen werden. Eine Gewichtung oder Verrechnung der Hauptkategorien untereinander erfolgt bewusst nicht, um unterschiedliche Perspektiven getrennt sichtbar zu machen.

Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland, betont die Bedeutung dieses Schritts. Mit der Bewertungsmatrix liege nun ein zentrales Instrument vor, das Transparenz und Vergleichbarkeit schaffe und eine fundierte Grundlage für die weiteren Entscheidungen bilde. Zugleich hebt er hervor, dass im engen Austausch mit den beteiligten Kommunen wichtige Entwicklungsstandorte wie das Forschungszentrum Jülich und der Brainergy Park Jülich in die Untersuchung einbezogen wurden.

Oliver Wittke, Vorstandssprecher des VRR, verweist auf die nun folgende Phase. Die analytische Grundlage sei gelegt, nun liege es an Kreisen und Kommunen, im Dialog einen tragfähigen Kompromiss zu erarbeiten, der die unterschiedlichen Interessen der Region zusammenführt. Ziel bleibt es, eine Lösung zu finden, die sowohl die Mobilität verbessert als auch die wirtschaftliche Entwicklung der Region nachhaltig stärkt.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de