30.04.26
Die Deutsche Bahn bzw. DB InfraGo sichern die Müngstener Brücke zwischen Remscheid und Solingen mit einer neuartigen Radaranlage vor dem Zutritt Unbefugter und setzt dabei ein innovatives Konzept zur Suizidprävention um. Mit einer Lichtschranke, die beim Betreten der Anlage die Polizei verständigt, sowie Hinweisschildern für das Angebot der Telefonseelsorge begegnet die DB damit der zunehmenden Zahl der Suizide von der Müngstener Brücke.
Eine radarüberwachte Lichtschrankenanlage meldet Annäherungen an die Brücke direkt an die Notfallleitstelle der DB, verbunden mit Aufforderungen über Lautsprecher, den Gleisbereich zu verlassen. Die Notfallleitstelle verständigt bei Eingang der Bewegungsmeldung unmittelbar die Polizei. Zusätzlich aufgestellte Schilder sollen im Fall einer Suizidabsicht auf das Hilfsangebot der Telefonseelsorge aufmerksam machen.
Diese Maßnahme wurde unter Einbeziehung des Werner-Felber-Instituts für Suizidprävention und interdisziplinäre Forschung im Gesundheitswesen, des Polizeipräsidiums Wuppertal und der Telefonseelsorge entwickelt. Mit einer Höhe von 107 Metern ist die im Jahr 1897 eröffnete Müngstener Brücke die bis heute höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands – sie kann zwar für Kletteraktivitäten betreten werden, dann aber mit den üblichen alpinen Sicherungstechniken, die selbst bei Abstürzen verhindern, dass Teilnehmer ernsthaft verletzt oder gar getötet werden können.
Sollten Sie selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Bei der anonymen Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner.
Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222
www.telefonseelsorge.de
Telefonberatung für Kinder und Jugendliche: 116 111
www.nummergegenkummer.de
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de