04.05.26
Im Koalitionsvertrag des Bundes ist sie als innovativer Ansatz im öffentlichen Personennahverkehr genannt, und auch beim letzten Treffen der Verkehrsministerkonferenz (VMK) in Lindau am Bodensee war das Thema Magnetschwebebahn plötzlich wieder präsent. Auf Einladung von Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), der auch Vorsitzender der bundesweiten Verkehrsministerkonferenz ist, haben zahlreiche Verkehrsminister in der vergangenen Woche die Teststrecke in der Oberpfalz besucht. Sie wurde von der Firmengruppe Max Bögl beziehungsweise deren Tochter Transportsystem Bögl entwickelt.
Bernreiter zeigte sich nach der Fahrt mit dem TSB begeistert: „Das System ist leise, effizient und emissionsfrei. Magnetschwebebahnen zählen für mich zur Mobilität der Zukunft. Bei unserer Frühjahrstagung in Lindau hat die Verkehrsministerkonferenz den Bund daher aufgefordert, Magnetschwebebahnen als innovativen Ansatz schnell in den Fördertatbestand des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes aufzunehmen. Ich kann mir eine Magnetschwebebahn im Nahverkehr in Bayern sehr gut vorstellen. In Nürnberg gibt es bereits Überlegungen dazu.“
Auch Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) war in die Oberpfalz gekommen: „Wir fördern in Baden-Württemberg innovative Technologien und Ansätze, wenn sie eine bessere Lösung für den öffentlichen Personennahverkehr ermöglichen. Wo zum Beispiel eine Stadtbahn oder Eisenbahn aus Flächen- und Naturschutzgründen nicht gut funktioniert, kann eine Seilbahn oder eine Schwebebahn eine gute Alternative sein. Voraussetzung ist, dass sie kostengünstig ist und sich gut in das ÖPNV-Netz einbinden lässt.“
Stefan Bögl, Vorstandsvorsitzender der Firmengruppe Max Bögl, sagte: „Wir freuen uns sehr über den Besuch der Mitglieder der Verkehrsministerkonferenz und das große Interesse an unseren innovativen Lösungen im Infrastrukturbau. Eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre wird der schnelle und zugleich effiziente Aus- und Neubau der Verkehrsinfrastruktur sein. Mit unseren industriell vorgefertigten Mobilitätslösungen sind wir dafür bestens aufgestellt.“
Die Firmengruppe Max Bögl hat das Transport System Bögl für den Personennahverkehr entwickelt. Das elektromagnetische Schwebesystem fährt fahrerlos. Pro Fahrzeugteil können laut Herstellerangaben bei einer Geschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde bis zu 127 Personen transportiert werden. In Sengenthal ist das System auf der unternehmenseigenen, inzwischen 860 Meter langen Teststrecke bereits seit dem Jahr 2012 im Einsatz.
Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) erklärte: „Neben den notwendigen massiven Investitionen in das Bestandsnetz gilt es auch zwingend, Investitionen in innovative Mobilitätsangebote vorzunehmen. Nur wenn wir offen für Innovationen sind, stärken wir langfristig den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dazu gehört auch, innovative Mobilitätsangebote im Rahmen der Bundesförderung den bisherigen Verkehrssystemen gleichzustellen.“
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de