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VRN stellt Knotenplanungen vor

04.05.26

Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) drängt auf eine beschleunigte und koordinierte Weiterentwicklung des Schienenpersonennahverkehrs in der Metropolregion Rhein-Neckar. Im Fokus stehen zwei große Zukunftsthemen: der leistungsfähige Ausbau des Schienenknotens Rhein-Neckar als bundesweit bedeutende Mobilitätsdrehscheibe sowie die gezielte Erweiterung des Meterspurnetzes als regional wirksame Ergänzung zum DB-Netz. Beide Vorhaben sollen dazu beitragen, Kapazitäten zu erhöhen, die Betriebsqualität zu verbessern und die Verkehrswende in der Region voranzubringen.

Der Schienenknoten Rhein-Neckar zählt zu den wichtigsten Knotenpunkten im deutschen und europäischen Bahnnetz. Mit dem Mannheim Hauptbahnhof als bedeutendem Fernverkehrsknoten und dem Rangierbahnhof als europäischem Güterdrehkreuz reicht seine Bedeutung weit über die Region hinaus. Zugleich ist die Infrastruktur seit Jahren hoch belastet. Aus Sicht des VRN können die bislang einzeln verfolgten Teilprojekte die Engpässe nicht ausreichend beseitigen.

Deshalb fordert der Verkehrsverbund eine integrierte Gesamtplanung, eine klare Priorisierung und eine verlässliche Finanzierung aller zentralen Maßnahmen. „Der Schienenknoten Rhein-Neckar ist kein rein regionales Projekt, sondern eine nationale Infrastrukturaufgabe“, erklärt Christian Specht (CDU), Vorsitzender des Zweckverbands Verkehrsverbund Rhein-Neckar (ZRN) und Oberbürgermeister der Stadt Mannheim. Er betont: „Wenn es hier zu Engpässen kommt, hat das Auswirkungen auf Fernverkehr, Güterverkehr, S-Bahn und Regionalverkehr weit über unsere Region hinaus. Deshalb brauchen wir jetzt eine abgestimmte Gesamtstrategie, eine gesicherte Finanzierung und endlich eine Planung aus einer Hand.“

Aus Sicht des VRN und der regionalen Partner müssen insbesondere die Durchbindung der Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim bis Mannheim Haupt- und Rangierbahnhof, eine Tunnellösung für Güter- und Fernverkehr mit Option Tiefbahnhof, die zügige Realisierung der Neu-/Ausbaustrecke Mannheim–Karlsruhe, die Finanzierung des Ausbaus Mannheim–Heidelberg sowie die Digitalisierung des Rangierbahnhofs und des gesamten Knotens gemeinsam vorangebracht werden. Als zentrales Instrument fordert der VRN die Einrichtung einer Projektgesellschaft „Gesamtknoten Rhein-Neckar“, die die Teilprojekte bündelt und steuert. Diese Forderungen wurden zuletzt auch in Gesprächen mit dem Bundesverkehrsministerium in Berlin platziert.

Parallel dazu sieht der VRN in der Erweiterung des Meterspurnetzes eine wichtige Chance, den Schienenpersonennahverkehr in der Region schneller und pragmatischer auszubauen. Neben den Schienenstrecken der DB bildet das rnv-Meterspurnetz bereits heute das Rückgrat hochwertiger ÖPNV-Verkehre – mehr als 40 Prozent der Fahrgäste nutzen diese Verkehrsmittel. Seit der Anpassung der Rahmenbedingungen für die standardisierte Bewertung im Jahr 2022 bestehen verbesserte Möglichkeiten, Projekte erneut zu prüfen und ihre volkswirtschaftliche Tragfähigkeit nachzuweisen.

Der VRN unterstützt diese Entwicklung fachlich, organisatorisch und finanziell, etwa durch die Kofinanzierung erster Machbarkeitsstudien und weiterer Untersuchungen mit regionaler Bedeutung. Besonders konkret ist die Entwicklung derzeit beim linksrheinischen Projekt Pfalztram. Für die Nord-Süd- und Ost-West-Achsen im Raum Ludwigshafen am Rhein konnte durch die neue Bewertungsmethodik und die Zusammenfassung von Streckenabschnitten ein positiver Nutzen-Kosten-Indikator von über 1 nachgewiesen werden.

Zudem haben rnv, ZÖPNV Süd, VRN und das Land Rheinland-Pfalz Ende November 2025 einen Letter of Intent unterzeichnet und damit die Finanzierung der Planungen der Leistungsphasen 1 und 2 gesichert. Die Vorentwurfsplanung soll bis 2029 abgeschlossen sein. Das begleitende Kommunikationskonzept mit umfassender Bürgerbeteiligung wird ebenfalls vom VRN finanziell unterstützt.

Auch rechts des Rheins werden weitere Streckenpotenziale untersucht, darunter Verbindungen aus dem Mannheimer Süden Richtung Schwetzingen und Heidelberg, Achsen im Raum Heidelberg, Leimen, Wiesloch-Walldorf sowie im Bereich Ladenburg und Schriesheim. Hinzu kommt das Zukunftskonzept für die Weschnitztalbahn, bei dem unter anderem eine Elektrifizierung und perspektivisch auch eine Umstellung auf Meterspur geprüft wird. Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de