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Weniger Zugausfälle in Niedersachsen

07.05.26

2,4 Prozent aller Züge im Gebiet der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen sind im vergangenen Jahr ungeplant ausgefallen – ein besserer Wert als 2024. Damals waren es noch 3,3 Prozent. Ungeplant ausgefallene Züge sind für Fahrgäste besonders ärgerlich, da sie sich nicht darauf einstellen können. Laut LNVG haben mehrere Faktoren zu der Verbesserung geführt: Es gab weniger Störungen an Fahrzeugen und nahezu keine Streiktage.

Carmen Schwabl, Sprecherin der LNVG-Geschäftsführung, ergänzt: „Es sind auch weniger Züge wegen Personalmangels ausgefallen. Offenbar gelingt es den Bahnunternehmen endlich, mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und auch zu halten.“ Neben der Personalakquise ist auch eine geringere Fluktuation ein entscheidender Faktor in der Personalpolitik. Fehlende Lokomotivführer, Kundenbetreuer sowie Werkstattpersonal sind seit Langem ein Problem vieler Unternehmen. Schwabl weiter: „Die Bahnunternehmen müssen sich hier weiter anstrengen. Noch gibt es zu viele plötzliche Zugausfälle. Erst wenn mindestens 99,3 Prozent der Züge fahren, werten wir das als ,im grünen Bereich‘.“

Im Jahr 2025 lag die Pünktlichkeit im LNVG-Gebiet bei 81,3 Prozent, 2024 waren es noch 84 Prozent gewesen. Werte unter 85 Prozent bewertet die LNVG als „im roten Bereich“. Als pünktlich gilt in dieser Auswertung ein Zug mit höchstens fünf Minuten Verspätung. Die Verspätungen im LNVG-Gebiet nehmen seit Jahren zu. „Fahrgäste und Bahnunternehmen bekommen immer stärker zu spüren, dass der Bund über Jahrzehnte zu wenig Geld in das Streckennetz investiert hat. Verspätungen wegen defekter Weichen oder Signale wären seltener, wenn die Technik in einem besseren Zustand wäre.“

Häufige Gründe für Verspätungen sind zudem gefährliche Ereignisse, Wettereinflüsse, aber auch Fernzüge, die Vorrang erhalten. Zum Vergleich: Die Deutsche Bahn gibt für ihre Fernzüge für 2025 eine Pünktlichkeit von 60,1 Prozent an. Dabei gelten Züge als pünktlich, die weniger als sechs Minuten verspätet sind.

Rund 600 Millionen Euro zahlt die LNVG pro Jahr an die verschiedenen Bahnunternehmen für die Zugleistungen. Für Verspätungen, ungeplante Zugausfälle oder zu kurze Züge behält die Gesellschaft jedoch Zahlungen ein. Im vergangenen Jahr waren das 29,8 Millionen Euro, 2024 noch 32,2 Millionen Euro. Grund für den Rückgang sind weniger ausgefallene Züge. „Wir würden uns freuen, wenn wir die volle Summe zahlen müssten – das wäre der Beweis für einen störungsfreien Betrieb“, so Schwabl.

Das einbehaltene Geld nutzt die LNVG unter anderem für Schienenersatzverkehr sowie qualitätssteigernde Maßnahmen, etwa zusätzliche Personalreserven, mehr Triebfahrzeugführerausbildungen oder zusätzliches Sicherheitspersonal. Für alle Regionalexpress-, Regionalbahn- und S-Bahn-Linien der Aufgabenträger in Niedersachsen stehen die Daten zu Verspätungen, Zugausfällen und fehlenden Wagen im LNVG-Qualitätsmonitor bereit.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de