13.05.26
Im Vorfeld der VDV-Jahrestagung vom 9. bis 11. Juni in Karlsruhe meldet der Branchenverband einen neuen Mitgliederhöchststand: Aktuell sind 685 Unternehmen im Branchenverband des öffentlichen Personen- und Eisenbahnverkehrs organisiert, davon 615 ordentliche und siebzig außerordentliche Mitglieder.
„Diese Zahlen sind ein starkes Signal in bewegten Zeiten“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann. „Mitglieder, Branche und Branchenverband stehen bereit für die Transformation, die sich auf vielen Feldern abzeichnet. Das gilt in besonderer Weise mit Blick auf unsere Jahrestagung 2026, die unter dem Leitmotiv ‚Transformation beschleunigen – Innovationen gestalten‘ steht. Doch dafür braucht es geeignete Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.“
Die Koalition in Berlin habe Signale des Aufbruchs gesetzt, doch die Verantwortlichen müßten diese auch mit Entscheidungen bestätigen. „Um es deutlich in Richtung Finanz- und Verkehrsministerium zu sagen: Wir erwarten, dass die Bundesregierung handelt. Unsere Mitglieder zeigen: Die Branche steht, bei allen Herausforderungen, geschlossen hinter dem Ziel, Mobilität in Deutschland und damit den Wirtschaftsstandort klimafreundlicher, verlässlicher und leistungsfähiger zu machen“, so Wortmann weiter.
Der VDV vertritt mit seinen 685 Mitgliedsunternehmen das gesamte Spektrum des öffentlichen Verkehrs und der Eisenbahn in Deutschland – vom städtischen Busbetrieb über Regionalbahnen und Straßenbahnen bis hin zu Schienengüterverkehrs- und Infrastrukturunternehmen.
„Wachstum in der Mitgliedschaft ist alles andere als selbstverständlich, wenn gleichzeitig Kosten steigen, Personal fehlt und die politische Rahmensetzung im Umbruch ist“, betont Wortmann. „Gerade jetzt braucht es einen starken Branchenverband, der die Interessen seiner Mitglieder bündelt, Prioritäten klar anspricht und mit einer Stimme gegenüber der Politik auftritt.“
Mit Blick auf die aktuelle Lage in Bus und Bahn fordert der VDV von Bund und Ländern zügige Entscheidungen bei den zentralen Kosten- und Strukturfragen. VDV-Präsident Ingo Wortmann: „Die stark gestiegenen Dieselpreise treffen die Verkehrsunternehmen in Deutschland in einer ohnehin wirtschaftlich angespannten Lage. Die Branche kann die zusätzlichen Belastungen nicht mehr lange aus eigener Kraft auffangen. Wir sprechen inzwischen bei den Unternehmen über monatliche Mehrkosten in sechsstelliger Höhe. Angebote werden zurückgefahren, Investitionen geschoben.“
„Bund und Länder sind jetzt gefordert, schnell tragfähige Lösungen für die massiven Kostensteigerungen zu finden. Die Verkehrsunternehmen sichern täglich Mobilität für Millionen Menschen. Sie dürfen mit diesen Mehrkosten nicht allein gelassen werden. Nur mit politischer Unterstützung können Angebot und Ticketpreise im ÖPNV stabil bleiben.“ Zugleich brauche es beim ÖPNV-Modernisierungspakt und bei der Reform des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes endlich Planungssicherheit für die Unternehmen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de