19.05.26
Die im März zwischen Schweizerische Bundesbahnen (SBB) und SNCF Voyageurs unterzeichnete Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen und zur Entwicklung neuer Linien trägt erste Früchte: Nun haben SBB, SNCF Voyageurs und Eurostar eine Absichtserklärung zur Einführung einer möglichen Direktverbindung zwischen der Schweiz und London unterzeichnet.
Die Absichtserklärung bildet einen wichtigen Meilenstein in der langfristigen Planung für eine mögliche neue Direktverbindung ins Vereinigte Königreich. Die Nachfrage nach internationalen Bahnreisen ist groß, und SBB, SNCF Voyageurs sowie Eurostar sehen erhebliches Potenzial für eine Anbindung der Schweiz an London. London ist das beliebteste Flugziel ab der Schweiz. Zugleich besteht ein starkes Kundeninteresse an einer direkten Bahnverbindung ins Vereinigte Königreich.
Direktverbindungen mit einer Reisezeit von sechs Stunden zwischen Zürich und London, fünf Stunden zwischen Basel und London sowie fünfeinhalb Stunden zwischen Genf und London dürften laut Studien der Marktnachfrage und den Erwartungen internationaler Reisender entsprechen.
Bereits im März hatten SBB und SNCF Voyageurs eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ziel ist es, die Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen zu stärken und potenzielle neue Verbindungen zu entwickeln – darunter auch zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Um dieses Ziel zu erreichen, sieht die Vereinbarung zudem die Beteiligung von Tochtergesellschaften der SNCF Voyageurs vor.
Die drei Unternehmen – SNCF Voyageurs, ihre Tochtergesellschaft Eurostar sowie die SBB – haben nun eine Absichtserklärung unterzeichnet, die die Zusammenarbeit bei einem Projekt zur Einrichtung einer möglichen Direktverbindung zwischen der Schweiz und London festlegt. Die Partner sehen sich dafür gut aufgestellt: SNCF Voyageurs arbeitet bereits eng mit der SBB zusammen, und eine Direktverbindung nach London würde über Frankreich führen. Eurostar bietet seit mehr als dreißig Jahren Verbindungen zwischen Kontinentaleuropa und dem Vereinigten Königreich durch den Ärmelkanal an.
Die Unterzeichnung der Absichtserklärung gilt als wichtiger Meilenstein. Im nächsten Schritt sollen mögliche Fahrpläne und Betriebskonzepte analysiert werden. Auf Grundlage der Ergebnisse sollen anschließend die wichtigsten Maßnahmen für die mögliche Einführung einer Direktverbindung von der Schweiz nach London festgelegt werden.
Die drei Partner wollen die potenzielle Direktverbindung nach London so bald wie möglich anbieten und treiben das Projekt kontinuierlich voran. Bis zur Einführung des neuen Angebots sind jedoch noch zahlreiche Schritte erforderlich. Dazu gehören die Vorbereitung der Einreiseformalitäten, die Klärung notwendiger Infrastrukturmaßnahmen und zwischenstaatlicher Übereinkommen sowie die Verfügbarkeit geeigneter Züge und Trassen. Eine tatsächliche Umsetzung wäre frühestens im Laufe der 2030er Jahre möglich.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de