19.05.26
Niedersachsen stellt künftig jährlich 200.000 Euro für Fußverkehrs-Checks bereit. Das kündigte Matthias Wunderling-Weilbier (SPD), Staatssekretär im Niedersächsischen Verkehrsministerium, jetzt an. Bei den Checks geht es beispielsweise um die Sicherheit von Schulwegen oder um Barrierefreiheit. Zehn Kommunen können pro Jahr teilnehmen.
Zwanzig Kommunen haben in den vergangenen zwei Jahren bereits von der Aktion profitiert. „Vor Ort konnten wichtige Veränderungen umgesetzt werden, die das Zufußgehen sicherer und angenehmer machen“, sagte Wunderling-Weilbier. „Auch das sind wichtige und konkrete Schritte für Kommunen hin zur Verkehrswende. Und es sind wichtige und konkrete Schritte für Bürgerinnen und Bürger. Wir fördern das Projekt deshalb jetzt dauerhaft jedes Jahr.“
Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) organisiert die Fußverkehrs-Checks. Kommunen können damit prüfen, wie sich die Bedingungen für Fußgänger vor Ort verbessern lassen. Dabei geht es unter anderem darum, ob Fuß- oder Überwege barrierefrei sind. Außerdem wird untersucht, ob wichtige Wegeverbindungen fehlen oder sich Wege zur Bushaltestelle sinnvoller führen lassen. Wunderling-Weilbier betonte: „Diese Checks sind ausdrücklich so angelegt, dass sie gemeinsam mit Einwohnerinnen und Einwohnern als Experten ihrer täglichen Wege durchgeführt werden.“
Knapp jeder vierte Weg in Niedersachsen wird ausschließlich zu Fuß zurückgelegt. Die Zahl dieser Wege ist von 2017 bis 2023 um sieben Prozentpunkte gestiegen. Das Thema ist sowohl für kleine Kommunen als auch für Großstädte relevant. Das zeigt auch ein Blick auf die Kommunen, die 2026 am Check teilnehmen: Mit rund 750 Einwohnern ist Heinsen die kleinste Kommune, Hildesheim mit mehr als 100.000 Einwohnern die größte.
Teilnehmen werden die Städte Aurich, Braunlage, Bad Bevensen, Duderstadt und Hildesheim sowie die Gemeinden Beverstedt, Heinsen, Leiferde und Wallenhorst sowie die Uelsen. Staatssekretär Wunderling-Weilbier überreichte nun die Teilnahmeurkunden.
Erstmals habe es diese Checks 2024 gegeben, erklärte Christian Berndt, Geschäftsführer der LNVG. Er erläuterte die Besonderheit des Projekts: „Das Zufußgehen ist die verlässlichste Form des Nahverkehrs. Die zehn Kommunen erhalten ein Komplettpaket. Dieses schnürt unsere Beratungseinheit MOBILOTSIN. Für die Kommunen ist der Aufwand für Planung und Durchführung daher vergleichsweise gering – der mögliche Nutzen aber groß.“
Augenzwinkernd ergänzte Berndt: „Am Zufußgehen verdient auch kein Mineralölkonzern.“ Fußverkehrs-Checks gelten als Beitrag zur Verkehrswende. Um Konzepte zur Mobilitätswende bekannter zu machen, hatte Niedersachsen 2020 die Initiative MOBILOTSIN ins Leben gerufen. Sie ist als Beratungseinheit bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen angesiedelt.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de