19.05.26
Anfang Mai haben sich Vertreter der Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG) und der Stadler Rail AG, dem Hersteller der TINA-Straßenbahnen, zu einem ersten offenen Austausch getroffen. HAVAG und Stadler begrüßten den konstruktiven Dialog, den die Bürgerinitiative sucht, und luden diese zu einem direkten Gespräch ein. Im Mittelpunkt standen Hinweise von Anwohnern zu Erschütterungen und Vibrationen im Zusammenhang mit der Einführung der neuen TINA-Straßenbahnen. Der Dialog soll fortgesetzt werden.
„Wir befinden uns in einem dynamischen Inbetriebnahmeprozess der neuen Straßenbahngeneration und haben dabei festgestellt, dass es beim Einsatz der TINA-Fahrzeuge Optimierungsbedarf gibt. Die Firma Stadler arbeitet daran, die von den Fahrzeugen punktuell im Netz der HAVAG ausgehenden Erschütterungen zu reduzieren“, erklärte Vinzenz Schwarz, Vorstand der HAVAG.
Spürbare Vibrationen in den eigenen vier Wänden seien für die Betroffenen eine Belastung. „Das nehmen wir nicht auf die leichte Schulter. Deshalb ist uns auch der direkte Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern sehr wichtig“, betonte Schwarz.
Die TINA ist ein modernes Straßenbahnfahrzeug, das den Nahverkehr in Halle (Saale) langfristig zukunftsfähig machen soll – unter anderem durch mehr Komfort, Barrierefreiheit und Energieeffizienz. Im Rahmen der Erfahrungen aus dem laufenden Probebetrieb werden die TINA-Fahrzeuge unter realen Betriebsbedingungen weiterentwickelt und für den Linienbetrieb final vorbereitet. Dabei erfolgen technische, infrastrukturelle und betriebliche Anpassungen in Zusammenarbeit zwischen Stadler und der HAVAG.
„Dieser Prozess läuft, und er schließt die Rückmeldungen aus der Anwohnerschaft im Stadtgebiet von Halle ausdrücklich mit ein“, sagte Uwe Winkler, Bereichsleiter Technik/Fahrzeuge der HAVAG. Der Fahrzeughersteller Stadler arbeitet nach eigenen Angaben an gezielten technischen Optimierungen der Fahrzeuge. Diese werden auf Grundlage von Messungen und Betriebserfahrungen entwickelt, erprobt und anschließend umgesetzt. Ziel sei es, wahrnehmbare Erschütterungen weiter zu verringern, ohne die Betriebssicherheit oder die Zulassung der Fahrzeuge zu beeinträchtigen.
Auf Basis von Messungen und Betriebserfahrungen überprüft die HAVAG fortlaufend den Zustand der Gleisanlagen. In Abschnitten mit komplexer Gleisführung, etwa an Weichen und Kreuzungen, werden Instandsetzungsmaßnahmen gezielt vorgezogen. Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen Fahrzeug und Infrastruktur weiter zu optimieren und die wahrnehmbaren Erschütterungen für Anwohner zu vermindern.
Ein zentraler und von der Anwohnerschaft ausdrücklich positiv wahrgenommener Teil der Veranstaltung war, dass die Betroffenen ausführlich persönlich zu Wort kamen. Sie schilderten ihre Belastungen und machten deutlich, dass diese auf Dauer nicht hinnehmbar seien. Infrastruktur- und Betriebsmaßnahmen könnten auch kurzfristig Wirkung zeigen. Hier werde umgesetzt, was möglich sei.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de