21.05.26
Nach der Entgleisung eines Güterzugs im Gotthard-Basistunnel im August 2023 hat die SBB Maßnahmen geprüft, um im Ereignisfall die Auswirkungen zu reduzieren. Dazu gehören Entgleisungsdetektoren. Solche hat die SBB nun vor dem Gotthard-Basistunnel installiert. Um die Sicherheit weiter zu erhöhen, müssen jedoch die Instandhaltung von Güterwagen verbessert und das Haftungsrecht im Schienengüterverkehr angepasst werden.
In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 2026 hat die SBB an rund zehn Stellen vor dem Gotthard-Basistunnel streckenseitige Entgleisungsdetektoren in Betrieb genommen. Sie wurden an einem besonders sensiblen Abschnitt eingebaut, und zwar vor den Portalspurwechseln auf den Zufahrtsstrecken zum Gotthard-Basistunnel. Denn auf dieser Strecke verkehren sowohl Personen- als auch Güterzüge mit hoher Geschwindigkeit. Gleichzeitig sind Spurwechsel über sogenannte Schnellfahrweichen möglich.
Entgleisungsdetektoren sind derzeit die einzige erprobte Technologie, um infrastrukturseitig eine Entgleisung zu erkennen. Sie sollen im unwahrscheinlichen Fall eines erneuten Ereignisses die Kollision zweier Züge verhindern. Entgleisungsdetektoren können allerdings keine Entgleisungen verhindern. Dafür braucht es eine bessere Instandhaltung von Güterwagen sowie ein angepasstes Haftungsrecht im Schienengüterverkehr. Die vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 160 km/h wird aufgehoben.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
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Quelle: Zughalt.de