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Modernisierungen am Niederrhein

21.05.26

Die DB InfraGo investiert über 160 Millionen Euro aus dem LuFV-Budget des Bundes in die Eisenbahninfrastruktur am Niederrhein. Auf den Strecken zwischen Kleve und Krefeld sowie zwischen Xanten und Moers erneuern die Fachleute in diesem Jahr Gleise und Weichen. Außerdem statten sie die Strecke zwischen Xanten und Rheinberg mit moderner Stellwerkstechnik aus und bauen den Bahnhof Millingen barrierefrei um. Somit investiert die DB AG mit den Maßnahmen – neben den stark ausgelasteten Korridoren – auch in die wichtigen Pendlerstrecken am Niederrhein.

Die Fachleute der DB AG modernisieren das Gleis zwischen Geldern und Aldekerk auf einer Länge von rund zehn Kilometern. Dabei tauschen sie etwa 15.000 Schwellen sowie 35.000 Tonnen Schotter aus. Zudem erneuern sie Schwellen und Schotter an insgesamt zwölf Bahnübergängen in dem Streckenabschnitt. Im Krefelder Hauptbahnhof erneuern die Experten außerdem drei Weichen. In Kempen modernisiert die DB InfraGo zudem die Bahnübergänge „Stimmesweg“ und „Haus Bockdorf“ sowie in Krefeld den Bahnübergang „Ortsmannheide“. Dabei wechseln die Fachleute Schienen und Schwellen im Bereich der Übergänge aus, stellen neue Querungen für Kabel her und erneuern den Asphalt.

Zwischen Xanten und Rheinberg erneuert die DB das Gleis auf einer Länge von insgesamt 6.500 Metern. Dabei tauschen die Fachleute über 12.000 Schwellen sowie über 28.000 Tonnen Schotter aus. Zusätzlich erneuert die DB insgesamt zwölf Weichen.

Die DB setzt die Modernisierung der Stellwerkstechnik am Niederrhein fort und stattet die Strecke zwischen Xanten und Rheinberg mit einem modernen Stellwerk sowie neuer Leit- und Sicherungstechnik aus. Da die neue Technik deutlich weniger störanfällig ist, kann der gesamte Zugverkehr hier künftig pünktlicher und zuverlässiger fahren. Die bisherigen Stellwerke in Rheinkamp, Rheinberg, Millingen und Xanten werden durch vier neue Modulgebäude ersetzt. Künftig wird der Zugverkehr auf der rund 17 Kilometer langen Strecke aus einem zentralen Stellwerk in Kleve gesteuert. Dort geben die Fahrdienstleiter zentral Fahrstraßen frei, stellen Weichen und bedienen Bahnübergänge.

Zwischen Juni und November 2026 stellt die DB dafür sechzig von insgesamt 95 neuen Signalen auf. Außerdem ziehen die Fachleute mehr als sechzig Kilometer neue Kabel und bauen knapp 27 Kilometer Kabelkanäle. Zudem passt das Projektteam insgesamt zwölf Bahnübergänge und über sechzig Weichen technisch an die neue Leit- und Sicherungstechnik an. Das neue Stellwerk soll Ende 2026 in Betrieb gehen. Die DB investiert rund 120 Millionen Euro in die Technik und schafft so eine Voraussetzung dafür, dass Reisende aus Kamp-Lintfort künftig über einen neuen Anschluss im Bereich Rheinkamp von und nach Duisburg fahren können. Die Anschlusskurve wird derzeit von der Niederrheinbahn gebaut.

Auch den Bahnhof Millingen modernisiert die DB. Dabei erhöhen die Fachleute die bestehenden Bahnsteige auf 76 Zentimeter, damit die Fahrgäste künftig stufenfrei in die Züge ein- und aus ihnen aussteigen können. Zudem bauen die Fachleute einen neuen, rund 175 Meter langen Außenbahnsteig an Gleis 3, der auch über eine Rampe für mobilitätseingeschränkte Personen erreichbar sein wird.

Für mehr Komfort und ein höheres Sicherheitsgefühl sorgen ein verglastes Wetterschutzhäuschen sowie neue LED-Beleuchtung. Außerdem passen die Fachleute die Leit- und Sicherungstechnik sowie die Oberleitungsanlage im Bahnhof an die moderne Stellwerkstechnik an. Dazu gehören unter anderem der Rückbau bestehender sowie der Bau neuer Masten. Nach Abschluss der Modernisierung Ende 2026 ist der Bahnhof barrierefrei ausgebaut. Hierfür investiert der VRR insgesamt rund sechs Millionen Euro.

In der zweiten Jahreshälfte modernisiert die DB AG weiter: Für den Einsatz der geplanten Akku-Züge auf der Linie RE 10 bauen die Fachleute im Herbst 2026 neue Zugabstellungen in Kleve und Geldern. Zusätzlich steht der Bau eines neuen Wendegleises auf dem Bauprogramm. Dafür müssen außerdem Signale und Weichen angepasst werden. In Kleve baut die DB zusätzlich eine sogenannte Oberleitungsinselanlage: Mit Hilfe dieser Stromtankstelle können die Züge ihre Batterien schnell aufladen, um auf dem Streckenabschnitt ohne Oberleitung fahren zu können.

Aufgrund der Arbeiten wird den Fahrgästen in der Zeit von Montag, 5. Oktober, bis Freitag, 20. November, ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zur Verfügung stehen. Ersatzfahrpläne werden rechtzeitig veröffentlicht.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de