21.05.26
Im Instandhaltungswerk Kaiserslautern von DB Regio wurde vergangene Woche der neue Wartungsbereich für die Akkuzüge vom Typ Stadler FLIRT für das Pfalznetz vorgestellt. Das Werk im Herzen des Pfälzerwaldes wird künftig insgesamt 44 der modernen Akkuzüge beheimaten, die nun nach und nach werksneu in die Pfalz kommen.
Für Katrin Eder (Grüne) war es einer ihrer letzten Auftritte als Verkehrsministerin in Rheinland-Pfalz: „Das Pfalznetz ist eines der ersten und größten Netze rein mit Batteriefahrzeugen in Deutschland und ein Leuchtturmprojekt für Rheinland-Pfalz. Eine ganze Region wird damit von Diesel auf Strom umgestellt. Schon jetzt sind 46 Prozent des Streckennetzes in Rheinland-Pfalz elektrifiziert, weitere Projekte im Ahrtal, in der Eifel und an der Mosel sind in Umsetzung. Mit der Elektrifizierung des Pfalznetzes kommen wir einem nachhaltigen und modernen Schienenverkehr ein großes Stück näher. Die ersten Testfahrten der mit Ökostrom betriebenen Akkuzüge und die Fertigstellung der Werkstatt sind dafür wichtige Schritte. Darum unterstützen wir die Elektrifizierung des Pfalznetzes mit rund 33 Millionen Euro.“
Für die Instandhaltung der neuen Akkuzüge wurde eine bestehende Werkhalle umfassend an die technischen Anforderungen der Neufahrzeuge angepasst und ausgebaut. Neben baulichen Anpassungen an der Halle selbst wurden auch wesentliche Anlagenteile im Werk erneuert oder neu errichtet.
„Damit ist die bisherige reine Dieselwerkstatt mit einer Investitionssumme von sechs Millionen Euro zu einem modernen Instandhaltungsstandort für Akkuzüge ausgebaut und autorisiert worden. Die neue Halle erfüllt die technischen Anforderungen der neuen Fahrzeuge ebenso wie hohe Standards bei Sicherheit und Ergonomie für die Mitarbeitenden“, so Silke Janser, Vorsitzende der Regionalleitung bei DB Regio.
Mit der Auslieferung von vier ersten Neufahrzeugen hat parallel zum technischen Hochlauf der Werkstatt die Qualifizierung der Fahr- und Instandhaltungspersonale vor Ort begonnen. Insgesamt werden rund 300 Triebfahrzeugführer für den Einsatz auf der neuen Baureihe im Pfalznetz ausgebildet. Nachdem zunächst im Train-the-Trainer-Ansatz alle Ausbilder geschult worden waren, haben am 4. Mai die ersten Ausbildungsgruppen mit Triebfahrzeugführern begonnen.
„Zur Sicherstellung des laufenden Betriebes bestehen die Gruppen in der Regel aus jeweils drei Mitarbeitenden. Je nach Vorkenntnissen werden sie dabei innerhalb von zwei bis sieben Tagen intensiv auf Fahrzeugtechnik und Bedienung vorbereitet. Dank der bestehenden Probefahrgenehmigung können die Mitarbeitenden ihre Kenntnisse direkt im Testbetrieb auf der Strecke vertiefen“, erläutert Silke Janser.
Die Zulassung für den Fahrgastbetrieb der Neufahrzeuge wird laut Aussage des Fahrzeugherstellers Stadler Rail im August erwartet. Die ersten Einsätze mit Fahrgästen sollen anschließend im Rahmen eines Probebetriebs stattfinden. Der reguläre kontinuierliche Einsatz ist bereits für den Herbst dieses Jahres vorgesehen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de