22.05.26
Stadler Rail baut erstmals Züge für die irische Insel. Die irischen Bahngesellschaften Iarnród Éireann (IÉ) und Northern Ireland Railways (NIR) haben bei Stadler acht FLIRT-Züge inklusive deren Wartung bestellt. Die Fahrzeuge sollen ab 2030 die Hauptstädte Dublin und Belfast miteinander verbinden. Dank der neuen Züge können der Fahrkomfort gesteigert, die Reisezeit reduziert und die Zahl der Verbindungen auf der symbolträchtigen Strecke erhöht werden.
Die rund 180 Kilometer lange Enterprise-Bahnstrecke verbindet Dublin mit Belfast. Die derzeit eingesetzten Fahrzeuge erreichen in den kommenden Jahren das Ende ihrer Lebensdauer. Daher haben IÉ und NIR Stadler damit beauftragt, acht FLIRT-Züge zu bauen. Diese sollen voraussichtlich ab 2030 den Betrieb auf der grenzüberschreitenden Intercity-Strecke aufnehmen.
Der Auftrag umfasst neben dem Bau der Fahrzeuge auch einen Wartungsvertrag über 15 Jahre. Stadler unterstützt die Instandhaltung, um eine hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit der Flotte sicherzustellen. Der Leistungsumfang umfasst technischen Support, die Lieferung von Ersatzteilen, Engineering-Leistungen, die fachtechnische Überwachung der Instandhaltung sowie die Ausbildung der Mitarbeitenden.
Mit den neuen Zügen soll sich die Reisezeit zwischen den beiden Hauptstädten auf unter zwei Stunden verkürzen. Das erhöht die Wettbewerbsfähigkeit und ermöglicht es IÉ und NIR, einen zusätzlichen Zug pro Tag und Richtung einzuführen. Insgesamt sollen künftig 16 Züge pro Tag in beide Richtungen verkehren, um die steigende Nachfrage abzudecken.
Für die Reisenden erhöht sich dank großzügiger Sitzbereiche, WLAN im Zug, eines verbesserten Catering-Angebots sowie eines hellen, offenen und modernen Designs der Fahrkomfort deutlich. Die 200 Meter langen Züge verfügen über 407 Sitzplätze. Sie sind zudem vollständig barrierefrei, ermöglichen einen stufenlosen Einstieg an allen Türen, bieten reservierte Plätze für mobilitätseingeschränkte Personen und sind mit rollstuhlgerechten WCs ausgestattet.
Die neuen FLIRT-Züge verfügen über einen Diesel-Elektro-Batterie-Antrieb. Dies ermöglicht einen flexiblen, effizienten und nahtlosen Betrieb über verschiedene Strom- und Netzsysteme hinweg. Im nicht elektrifizierten Nordirland verkehren die Züge im Großraum Belfast mit der eingebauten Batterie. Anschließend bringt der Dieselmotor die Fahrzeuge über die Grenze in die Republik Irland bis in die Stadt Drogheda. Von dort werden die Züge über die Oberleitung mit Strom versorgt und fahren elektrisch weiter nach Dublin.
Der Wechsel zwischen den Antriebsarten erfolgt nahtlos, ohne dass die Reisenden davon etwas bemerken. Das macht den Betrieb flexibel, effizient und vergleichsweise umweltschonend. Die neuen Züge sind zudem so konzipiert, dass sie auch nach der vorgesehenen Elektrifizierung durchgehend zwischen den beiden Ländern verkehren können.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de