28.05.26
Im Rahmen der dritten Niederrheinkonferenz hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) in der vergangenen Woche erstmals die neuen Akkutriebzüge des spanischen Herstellers CAF der Öffentlichkeit präsentiert. Diese sollen künftig im Niederrhein-Münsterland-Netz zum Einsatz kommen; der Betreiber steht allerdings noch nicht fest. Die Instandhaltung wird CAF am neuen Standort Gelsenkirchen-Bismarck übernehmen.
Bereits im Vorprogramm erhielten die Teilnehmer bei einer exklusiven Besichtigung in Neuss einen Einblick in die neue Fahrzeuggeneration. Die Züge fahren lokal emissionsfrei und können dank eines integrierten Energiespeichersystems auch auf nicht elektrifizierten Strecken ohne Oberleitung unterwegs sein. Damit ersetzen sie zukünftig die heute eingesetzten Dieseltriebzüge.
Für die Fahrgäste bringen die neuen Fahrzeuge konkrete Verbesserungen: Sie bieten je nach Ausführung bis zu 160 Sitzplätze und damit deutlich mehr Kapazitäten als die heutigen SPNV-Fahrzeuge, sind barrierefrei zugänglich und verfügen über moderne Fahrgastbereiche mit leistungsfähiger Klimatisierung. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 Kilometern pro Stunde sind sie zudem auf einen stabilen und zuverlässigen Betrieb ausgelegt.
Die neuen Züge werden künftig im Niederrhein-Münsterland-Netz verkehren und dort die Qualität des Schienenpersonennahverkehrs deutlich weiterentwickeln. Im Gespräch mit CAF-Geschäftsführer Markus Brüning machte Georg Seifert, Abteilungsleiter Schienenpersonennahverkehr des VRR, deutlich, dass der VRR davon ausgehe, die neuen Fahrzeuge ab Dezember 2027 schrittweise in Betrieb nehmen zu können – eine erfreuliche Perspektive für die öffentliche Mobilität am Niederrhein.
„Es handelt sich um das bundesweit größte Beschaffungsprojekt von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Mit den neuen batterieelektrischen Zügen bringen wir zukünftig eine moderne, klimafreundliche Mobilität direkt zu den Menschen am Niederrhein und im Münsterland. Wir ersetzen Diesel durch leise, emissionsfreie Antriebe und erhöhen gleichzeitig Komfort und Kapazität. Das ist ein spürbarer Fortschritt für unsere Fahrgäste – und ein wichtiger Schritt für die Verkehrswende in der Region“, sagte Oliver Wittke, Vorstandssprecher des VRR.
Neben der Fahrzeugpremiere bot die Veranstaltung ein breites Programm rund um die öffentliche Mobilität am Niederrhein: In Gesprächsrunden und Fachbeiträgen ging es unter anderem um die Weiterentwicklung des ÖPNV-Angebots und das XBus-Netz, die große Tarifreform im VRR und deren besondere Auswirkungen auf den Niederrhein, um Fragen der Finanzierung in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte sowie um nachhaltige Mobilitätskonzepte im Umfeld der Landesgartenschau 2026.
Beim anschließenden Austausch nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, zentrale Zukunftsthemen der Branche zu vertiefen und konkrete Ansätze für die Weiterentwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Region zu diskutieren.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de