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Saarbahn: GDL leitet Urabstimmung ein

29.05.26

Am 21. Mai setzten die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der für die Saarbahn verhandelnde Kommunale Arbeitgeberverband Saar (KAV Saar) die Tarifverhandlungen mit der zweiten Verhandlungsrunde fort – allerdings ohne Annäherung. Die Tarifverhandlungen sind daher durch die GDL formal für gescheitert erklärt worden. In der Folge will man in den nächsten Tagen eine Urabstimmung einleiten und Streikmaßnahmen vorbereiten.

In der zweiten Verhandlungsrunde hat die Arbeitgeberseite die Gespräche bereits eine Stunde vor dem regulären Ende verlassen und die Verhandlungen damit faktisch abgebrochen. Gleichzeitig weigern sich Saarbahn und der Kommunale Arbeitgeberverband Saar, vergleichbare und für alle Seiten tragfähige tarifliche Konditionen anzuerkennen, wie sie mit zahlreichen anderen Tarifpartnern längst vereinbart werden konnten.

Für die GDL ist dieses Verhalten nicht nachvollziehbar. Während in nahezu allen Teilen des Wettbewerbsmarktes auskömmliche Abschlüsse gefunden wurden, steuern die Verantwortlichen im Saarland aus Sicht der Gewerkschaft sehenden Auges auf einen unnötigen Konflikt zu, der Beschäftigte und Fahrgäste belasten werde.

Lars Jedinat, stellvertretender Bundesvorsitzender der GDL, erklärt: „Wer die Verhandlungen vorzeitig verlässt und sich tragfähigen Konditionen verweigert, will keinen Abschluss, sondern den Konflikt. Saarbahn und KAV Saar provozieren damit völlig unnötig einen Tarifkampf, obwohl längst absehbar ist, dass auch hier eine vernünftige Einigung möglich wäre. Die GDL lässt sich in dieser Frage nicht verbiegen. Wenn die Arbeitgeberseite weiter auf Verweigerung setzt, werden unsere Mitglieder die passende Antwort geben.“

Die GDL bewertet dieses Vorgehen als bewusste Eskalation. Statt eine sachgerechte Lösung am Verhandlungstisch zu ermöglichen, setze die Arbeitgeberseite auf Verweigerung und Konfrontation. Damit treibe sie die Beschäftigten in eine Auseinandersetzung, die vermeidbar wäre. Die GDL erkennt darin eine Parallele zum Tarifkonflikt um den TV-N Saar, in dem bereits eine andere Gewerkschaft durch dieselbe Haltung in den Streik gedrängt worden sei.

Auch im Fall der Saarbahn gelte: Die Kollegen bei der Saarbahn seien entschlossen und hoch motiviert. Schon in früheren Tarifauseinandersetzungen hätten sie Geschlossenheit und Durchhaltevermögen bewiesen. Die GDL werde nun die notwendigen Schritte einleiten, um den berechtigten Interessen ihrer Mitglieder Nachdruck zu verleihen. Ein erster Streik werde rechtzeitig bekannt gegeben.

Nach Darstellung der GDL habe die Verhandlungsdelegation der Saarbahn mehrfach damit gedroht, dass im Falle „zu hoher“ Lohnabschlüsse Arbeitsplätze wegfallen könnten. Die GDL sieht den Personalbedarf jedoch als so hoch an, dass es ohnehin keinen Spielraum für Personalreduktionen gebe. Szenarien, bei denen auf hohe Lohnabschlüsse Personalabbau folgt, seien grundsätzlich nur bei Personalüberhang möglich – das jedoch sei bei keinem Arbeitgeber rund um die Schiene der Fall.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de