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Bund fördert 1.500 Elektrobusse

01.06.26

Das Bundesverkehrsministerium setzt die Förderung von Linienbussen mit alternativen Antriebsarten fort und plant, mindestens 1.500 Elektrobusse aus dem eigenen Haushalt teilweise zu finanzieren. Der Förderaufruf ist am 21. Mai gestartet, seit dem 26. Mai können die Anträge durch die Verkehrsunternehmen offiziell gestellt werden.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU): „Wir haben bereits rund 1,5 Milliarden Euro in mehr als 5.300 klimafreundliche Busse investiert. Diesen erfolgreichen Weg führen wir konsequent fort: Allein mit dem im Jahr 2026 verfügbaren Haushaltsvolumen wollen wir weitere 1.500 E-Busse flächendeckend in den Einsatz bringen. Das stärkt den öffentlichen Nahverkehr, den Markthochlauf innovativer Antriebstechnologien und ebnet den Weg zur klimafreundlichen Mobilität.“

Mit der neuen Förderrichtlinie unterstützt der Bund auch weiterhin Verkehrsunternehmen und Anwender der Busbranche bei der Umstellung ihrer Flotten auf emissionsfreie Busse mit Batterie- oder Brennstoffzellenantrieb. Ziel ist es, den Hochlauf klimafreundlicher Busse zu beschleunigen, die Marktdurchdringung zu erhöhen und auch im Segment der Überland-, Fern- und Reisebusse Marktanreize zu setzen. Die Förderung leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Personenverkehr und unterstützt die nationalen Klimaschutzziele.

Gefördert werden die Anschaffung oder Umrüstung von Bussen mit alternativen Antrieben im Personenverkehr sowie die hierfür erforderliche Lade- und Tankinfrastruktur. Das betrifft Batteriebusse einschließlich Batterie-Oberleitungsbussen, Brennstoffzellenbusse einschließlich Batteriebussen mit Brennstoffzelle, aber auch die Umrüstung von Bestandsbussen auf Batterie- oder Brennstoffzellenantrieb.

Für einen effizienten und wirkungsvollen Einsatz der Fördermittel werden diese unter Berücksichtigung der Elektrifizierungsgrade und Einsatzkontexte technologiespezifisch auf verschiedene Förderbereiche verteilt. Neben einem „Aktivierungsprogramm“, das dem bisherigen Förderverfahren folgt, wird erstmals ein „Skalierungsprogramm“ eingeführt. Dieses richtet sich an Unternehmen, die bereits einen nennenswerten Anteil ihrer Busflotte elektrifiziert haben und den weiteren Fahrzeughochlauf planen.

Innerhalb der Fördersäulen erfolgt die Auswahl der Projekte in einem wettbewerblichen Verfahren unter Berücksichtigung des Umweltbeitrages und der Effizienz des Fördermitteleinsatzes. Ergänzend werden die Umsetzungsperspektive sowie das Einsatz- und Energiekonzept zur Bewertung herangezogen.

Seit Einführung der ersten Richtlinie im Jahr 2021 wurde die Beschaffung von mehr als 5.300 Bussen bei etwa 330 Verkehrsunternehmen bewilligt, davon sind mehr als 2.300 Fahrzeuge bereits im Einsatz. Über ihre Nutzungsdauer vermeiden diese Busse potentiell mehr als vier Millionen Tonnen CO₂.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßt grundsätzlich die durch das Bundesverkehrsministerium veröffentlichte Fortsetzung der Förderung von Bussen mit alternativen Antrieben. In der ersten Umsetzungsphase stehen im Bundeshaushalt 2026 rund 400 Millionen Euro für Neubewilligungen zur Verfügung. Dies soll die Förderung von mindestens 1.500 Bussen mit alternativen Antrieben ermöglichen. Möglich wird diese Anzahl allerdings nur, weil die Förderquote im Vergleich zu vorherigen Förderaufrufen sinkt.

VDV-Präsident Ingo Wortmann erklärt: „Dieses Programm trägt wesentlich dazu bei, dass in Deutschland inzwischen rund 14 Prozent der ÖPNV-Linienbusse mit alternativen Antrieben im Einsatz sind. Damit ist die Branche im bundesweiten Vergleich führend beim Elektrifizierungsgrad aller Straßenfahrzeuge.“

Der VDV weist darauf hin, dass alle vorherigen Förderaufrufe überzeichnet waren: „Die über Jahre konstant hohe Nachfrage zeigt: Die Branche will und muss transformieren und setzt damit nicht nur die europäischen Klimaschutzziele um, sondern leistet auch wichtige Wachstumsimpulse für die europäische Industrie. Die bisher verfügbaren Bundesmittel waren allerdings nicht ausreichend, um die Flottenumstellung deutlich schneller und flächendeckend voranzubringen. Und auch bei der jetzigen Förderung gibt es zwei Wermutstropfen: Die Förderquote sinkt, und das Programm ist bis Ende 2029 befristet. Bis dahin werden wir die vorgegebenen Umstellungsziele aus der europäischen Clean Vehicle Directive nicht erreichen“, so Wortmann.

Gleichwohl begrüßt der VDV, dass die E-Bus-Förderung nun durch den Bund fortgesetzt wird.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de