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TÜV-Report kritisiert Bussicherheit

01.06.26

Der sicherheitstechnische Zustand von Reise- und Linienbussen hat sich in Deutschland deutlich verschlechtert. In den Jahren 2024 und 2025 ist fast jeder fünfte geprüfte Bus (19,2 Prozent) mit „erheblichen“ oder „gefährlichen“ Mängeln bei der Hauptuntersuchung durchgefallen. Das ist das Ergebnis des „TÜV-Report Omnibus 2026“. Im Vergleich zum Bus-Report 2024 ist das ein Anstieg um 5,1 Prozentpunkte. Weitere elf Prozent sind mit „geringen Mängeln“ beanstandet worden (plus 0,5 Punkte). Der Anteil mängelfreier Busse sinkt um 5,6 Punkte auf 69,8 Prozent.

„Die Ergebnisse des aktuellen Bus-Reports sind alarmierend“, sagt Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband. „Die Mängelquoten steigen zum zweiten Mal in Folge kräftig. Insbesondere jüngere Fahrzeuge schneiden bei den Prüfungen schlechter ab. Bereits ein Jahr nach der Neuzulassung fällt jeder zehnte Bus durch die HU.“ Der Anteil liegt damit mehr als doppelt so hoch wie noch vor zwei Jahren.

Unter den vier Jahre alten Fahrzeugen weist bereits gut jeder fünfte Bus erhebliche Mängel auf. „Viele Unternehmen in der Personenbeförderung stehen unter einem erheblichen wirtschaftlichen Druck“, sagt Goebelt. „Das führt offenbar dazu, dass sie der Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge nicht die nötige Aufmerksamkeit widmen.“

Für den „TÜV-Report Omnibus 2026“ sind rund 67.000 Hauptuntersuchungen der TÜV-Organisationen in den Jahren 2024 und 2025 ausgewertet worden. Fahrzeuge für die Personenbeförderung müssen einmal pro Jahr zur Hauptuntersuchung. Ab dem dritten Jahr nach der Neuzulassung findet alle drei Monate eine Sicherheitsprüfung statt, sofern nicht die Hauptuntersuchung ansteht.

Mit zunehmendem Alter der Fahrzeuge steigen die Mängelquoten weiter an. 21 Prozent der fünf Jahre alten Busse werden bei der Hauptuntersuchung mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln beanstandet, bei den fünfzehn Jahre alten Fahrzeugen sind es 24,1 Prozent. Das Durchschnittsalter von Bussen liegt laut Kraftfahrt-Bundesamt aktuell mit 8,3 Jahren auf dem Niveau des Vorjahres. „Anders als bei Pkw ist das Durchschnittsalter der Busflotte in Deutschland weitgehend stabil“, sagt Goebelt.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) weist die Aussagen zur Ursache steigender Mängelquoten entschieden zurück. Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard betont, dass Busse weiterhin zu den sichersten Verkehrsmitteln zählen und Sicherheit für die Unternehmen oberste Priorität habe. Den Anstieg der Mängelquote sieht der Verband vielmehr als Folge der zunehmenden technischen Komplexität moderner Fahrzeuge.

Leonard erklärt: „Busse sind und bleiben die sichersten Fahrzeuge im Straßenverkehr. Entsprechend weisen wir die aus der Luft gegriffene und tendenziöse Behauptung, dass aus wirtschaftlichen Gründen bei Wartung und Pflege gespart wird, auf das Entschiedenste zurück. Unsere zumeist über viele Generationen geführten Familienunternehmen haben eine sehr enge Beziehung zu ihren Fahrgästen und zum Fahrpersonal. Man arbeitet, fährt und reist zum Teil seit Jahrzehnten miteinander.“

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de