05.06.26
Bei einem Branchen-Event haben Vertreter der Verkehrsverbünde sowie der Politik und der Verkehrsunternehmen der Region in der vergangenen Woche den Start des neuen Rheinlandtarifs eingeläutet. Die Runde um Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) drückte dabei symbolisch den Startknopf – seit dem vergangenen Montag (1. Juni) gilt der neue Rheinlandtarif.
Der Aachener Verkehrsverbund (AVV) und der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) reduzieren im Rahmen ihrer gemeinsamen Tarifreform die Zahl der Preisstufen von aktuell 16 perspektivisch auf drei. Gleichzeitig werden mehr als siebzig Prozent der bisherigen Tarifprodukte nicht fortgeführt. Damit erfolgt eine grundlegende Vereinfachung des Tarifsystems mit deutlich weniger Tarifvarianten und einer leichteren Orientierung für die Fahrgäste.
Minister Oliver Krischer erklärte: „Die Menschen wollen mobil sein – unkompliziert und zu fairen Preisen. Mit dem Deutschlandticket für Vielnutzende und dem digitalen Tarif eezy.nrw für Gelegenheitsfahrende verfügen wir bereits über zwei starke Angebote als Grundpfeiler des tariflichen Systems. Wer sich in diesen beiden Erfolgsprodukten nicht wiederfindet, hat nun im Rheinlandtarif eine einfache Alternative, die die Region noch näher zusammenwachsen lässt. Einfache und transparente Tarife sind genau das, was die Fahrgäste wollen.“
Der Rheinlandtarif ist im engen Schulterschluss mit den Verkehrsunternehmen und der regionalen Politik entstanden. „Es war ein teilweise hartes, aber immer lösungsorientiertes Ringen um die bestmögliche Einigung. Auf das Ergebnis können alle Beteiligten stolz sein“, fasst VRS-Verbandsvorsteher Sebastian Schuster (CDU), Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, zusammen.
Ralf Nolten (CDU), Landrat des Kreises Düren und stellvertretender Verbandsvorsteher des AVV, ergänzt: „Die beschlossene Migrationsphase bis Ende Mai 2028 erlaubt es, eezy.nrw weiter zu stärken und so mögliche Preishärten durch den Wegfall der Kurzstrecke abzufangen. Ein gutes Beispiel dafür, dass diese tiefgreifende Reform mit Augenmaß konzipiert ist.“
Zum 1. Juni 2028 wird die zweite Stufe der Tarifreform realisiert werden. Volker Otto, Beiratsvorsitzender im VRS und Geschäftsführer der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG), erklärt: „Beim Zuschnitt der neuen Preisstufen galt es, die Balance zwischen der Verträglichkeit für die Fahrgäste und der Sicherung der Einnahmen der Verkehrsunternehmen zu halten. Das ist dank der Expertise in den Verbundgesellschaften und bei dem beauftragten Gutachter gelungen.“
In wenigen Fällen entstehende Preishärten fängt eezy.nrw auf. Joachim Adler, Bereichsleiter Finanzen und Vertrieb bei der ASEAG, ergänzt zur aktuellen Situation: „Wir wollen ein gutes Angebot für unsere Fahrgäste. Die Menschen sollen zuverlässig und bequem reisen. Investitionsdruck, etwa für alternative Antriebe, sowie steigende Kosten für Material und Energie treiben die Kosten aber immer mehr in die Höhe.“
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de