05.06.26
Der weltweite Markt für Metrofahrzeuge wächst von 17,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 22,9 Milliarden Euro im Jahr 2030. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 5,4 Prozent, wie SCI Verkehr im Rahmen der aktuellen Studie „Metro Vehicles – Global Market Trends 2026“ analysiert. Die größten zugänglichen Marktchancen entstehen in Indien, Europa und Nordamerika: Indien treibt den Neubedarf, Europa und Nordamerika bündeln hohe Ersatz- und After-Sales-Volumina. China bleibt weitgehend geschlossen, ist aber weiterhin der größte Einzelmarkt.
„Der globale Metro-Markt wird selektiver“, ordnet Maria Leenen von SCI Verkehr ein. „Für den jeweiligen Anbieter zählen der eigene Marktzugang, das Marktvolumen inklusive langfristigem Servicepotential sowie die finanziell unterlegte Projektreife. Automatisierung ist als separates Marktsegment noch klein, steht jedoch vor einer dynamischen Entwicklung.“
Die neue MultiClient-Studie von SCI Verkehr zeigt drei zentrale Entwicklungen: Indien wird zum wichtigsten zugänglichen Wachstumsmarkt im Geschäft für Neufahrzeuge. Der Ausbau stützt sich auf mehrere Städte und Regionen. Lokale Fertigungsanforderungen begrenzen den Marktzugang, dennoch ist Indien insbesondere gegenüber China deutlich zugänglicher. Die Prognose zeigt wiederkehrende Nachfrage in Indien, an die auch Südostasien mit Ausbauprogrammen anschließt.
Insgesamt ist Asien der mit Abstand größte Metro-Markt: Allein im After-Sales erreicht die Region zwischen 2026 und 2030 rund 30,2 Milliarden Euro.
Europa und Nordamerika bleiben zentrale Wertmärkte, mit stärkerem Gewicht im After-Sales als im Geschäft für Erstausrüster (OEM). In Europa entfallen zwischen 2026 und 2030 rund 52 Prozent des Marktvolumens auf After-Sales, in Nordamerika sind es rund 56 Prozent.
OEM-Nachfrage entsteht vor allem aus Fahrzeugersatz, Kapazitätserweiterungen in bestehenden Netzen und Systemmodernisierung – weniger aus neuen Metro-Systemen oder großflächiger Netzexpansion. Große Flottenbestände mit älteren Fahrzeugen, intensive Nutzung und anspruchsvolle technische Standards stützen hohe After-Sales-Volumina.
Die Automatisierung von Metrobahnen verschiebt den Fokus der Nachfrage von der Fahrzeuglieferung hin zu System- und Lifecycle-Fähigkeit. Greenfield-Automatisierung prägt vor allem neue Systeme und Korridore in Asien und dem Mittleren Osten; Europa und Nordamerika sind stärker durch Brownfield-Modernisierung, CBTC-basierte Signal- und Zugsteuerung sowie Flottenerneuerung mit Automatisierungsvorbereitung geprägt.
In der Lieferpipeline zwischen 2025 und 2030 entfallen rund 850 Fahrzeuge auf explizit automatisierte Projekte, weitere 550 Fahrzeuge auf CBTC-, Signaltechnik- oder integrierte Systemumfänge. Automatisierung bleibt mengenmäßig begrenzt, erhöht aber Wert und Komplexität ausgewählter Beschaffungen.
Die neue MultiClient-Studie „Metro Vehicles – Global Market Trends 2026“ analysiert Marktvolumina, Flottenalter, After-Sales-Potentiale und weitere Entwicklungen im internationalen Metro-Markt.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
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Quelle: Zughalt.de