08.06.26
Die Düsseldorfer Rheinbahn AG reagiert auf die aktuellen Erkenntnisse aus den jüngsten Entgleisungs- und Unfallereignissen mit zusätzlichen Sofortmaßnahmen sowie einer umfassenden unabhängigen Überprüfung ihrer Sicherheitsorganisation und Sicherheitsmechanismen. Bereits 2025 hat das Unternehmen mit der Sicherheitsstrategie 2030 einen Rahmen geschaffen, um die Sicherheit systematisch weiterzuentwickeln. Die aktuellen Ereignisse führen nun dazu, dass die Rheinbahn bereits laufende Maßnahmen konsequent beschleunigt und erweitert.
Zu den kurzfristigen Sofortmaßnahmen gehören unter anderem ein Begegnungsverbot an spitz befahrenen Weichen mit zusätzlichen Vor-Ort-Kontrollen, die Einführung von Vorzugslagen für besonders risikobehaftete elektrische Weichen, zusätzliche Melde- und Informationsprozesse bei Ausfällen von Weichensteuerungen und Weichensignalen, intensivierte Schulungs- und Unterweisungsmaßnahmen sowie eine verstärkte Begleitung von Fahranwärterinnen und Fahranwärtern im ersten Einsatzjahr.
Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe erklärt: „Die Sicherheit unserer Fahrgäste und Mitarbeitenden hat höchste Priorität. Die aktuellen Ereignisse nehmen wir sehr ernst. Deshalb beschränken wir uns nicht darauf, einzelne Vorfälle aufzuarbeiten. Wer aus Unfällen lernen will, muss das gesamte Sicherheitssystem hinterfragen. Nicht nur Menschen machen Fehler – entscheidend ist, ob Technik und Organisation solche Fehler auffangen können. Alles kommt auf den Prüfstand – von Technik und Infrastruktur über Betrieb und Ausbildung bis hin zu Organisation und Sicherheitskultur.“
Weiter sagt Grabbe: „Wir werden nichts beschönigen. Wir wollen verstehen, warum vorhandene Sicherheitsbarrieren in einzelnen Situationen nicht ausreichend gewirkt haben und welche zusätzlichen Schutzmechanismen erforderlich sind. Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass Menschen keine Fehler machen. Sicherheit entsteht dadurch, dass ein System Fehler erkennt, begrenzt und schwere Folgen verhindert.“
Die Rheinbahn weist darauf hin, dass einzelne Maßnahmen Auswirkungen auf Betriebsabläufe und punktuell auch auf die Pünktlichkeit haben können. „In der aktuellen Situation gilt ein klarer Grundsatz: Sicherheit geht vor Geschwindigkeit. Wenn zusätzliche Sicherheitsbarrieren notwendig sind, werden wir sie umsetzen. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Auswirkungen für unsere Fahrgäste so gering wie möglich zu halten“, so die Vorständin.
Zur beschleunigten Umsetzung hat die Rheinbahn eine bereichsübergreifende „Taskforce Sicherheitssteuerung“ eingerichtet. Diese koordiniert die Priorisierung, Umsetzung und Wirksamkeitskontrolle sämtlicher Maßnahmen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Analyse aller Entgleisungs- und Unfallereignisse seit November 2025. Dabei sollen Muster, technische und betriebliche Zusammenhänge sowie systemische Ursachen identifiziert werden, um weitere Verbesserungen für Technik, Betrieb, Ausbildung und Prozesse abzuleiten.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de