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RMV: Personalmangel stabilisiert sich

08.06.26

Die S-Bahn Rhein-Main verringerte die personalbedingten Ausfälle in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 deutlich. Personalengpässe waren nur noch für 0,2 Prozent der Zugausfälle verantwortlich; im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei 3,2 Prozent.

Die Personalpolitik der vergangenen Jahre zeigt damit Wirkung: Es ist gelungen, zusätzliche Triebfahrzeugführer auszubilden und diese langfristig an das Unternehmen zu binden. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Einerseits sorgt die schwächere Konjunkturlage dafür, dass die Beschäftigten weniger berufliche Alternativen haben als noch vor einigen Jahren. Andererseits konnten die Ausbildungsrückstände aus der Pandemiezeit inzwischen weitgehend aufgearbeitet werden. Unterbrochene Kurse wurden fortgesetzt und der Personalbestand hat sich stabilisiert. Grundsätzlich bleibt der Personalbedarf bei allen im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) aktiven Eisenbahnverkehrsunternehmen jedoch hoch. Das gilt auch für die kommenden Jahre.

Knut Ringat, Vorsitzender der RMV-Geschäftsführung, erklärt: „Die Personalengpässe der vergangenen Jahre waren eine enorme Belastung für unsere Fahrgäste. Hier sehen wir inzwischen deutliche Fortschritte: Die verbesserte Verfügbarkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der S-Bahn Rhein-Main führte zu einer höheren Zuverlässigkeit unseres Fahrplans. Personalbedingte Zugausfälle finden nur noch im Ausnahmefall statt, beispielsweise bei kurzfristigen Krankmeldungen vor Fahrtantritt. Gleichzeitig erleben wir aber, dass das hohe Baugeschehen immer stärkere Auswirkungen auf Stabilität und Pünktlichkeit hat – bei steigenden Fahrgastzahlen. Wir brauchen deshalb Tempo und breite Unterstützung für den Schienenausbau.“

Mit 839 Millionen Fahrgastfahrten verzeichnete der RMV im Jahr 2025 einen neuen Fahrgastrekord. Die S-Bahn Rhein-Main wird täglich von etwa 500.000 Fahrgästen genutzt. Im ersten Quartal 2026 lag die Zuverlässigkeit der S-Bahn bei 89,9 Prozent und damit leicht über dem Wert des Jahres 2025 von 88,3 Prozent. Die Zuverlässigkeit der Regionalbahnverkehre stieg um 1,7 Prozentpunkte auf 90,0 Prozent. Die Qualitätswerte werden nach wie vor stark vom Bau- und Instandhaltungsgeschehen beeinflusst. Für dieses Jahr hat die DB InfraGo AG 2.800 fahrplanwirksame Bautätigkeiten im RMV-Gebiet angekündigt.

„Die verbesserte Personalsituation ist für uns ein Zeichen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben“, sagt Hendrik Penner, Chef der S-Bahn Rhein-Main. „Wir haben in den vergangenen Monaten mehr als siebzig neue Triebfahrzeugführer eingestellt. Ergänzend bilden wir jedes Jahr dreißig neue Eisenbahner im Betriebsdienst aus. Damit verfügen wir über eine ausgeglichene Personalsituation, übrigens auch bei unseren Mitarbeitenden in der Instandhaltung. Wir sind für die Zukunft gut gewappnet – so auch für den gerade mit dem RMV vereinbarten Weiterbetrieb des Gallusbündels mit den Linien S3, S4, S5 und S6 bis Ende 2033.“

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de