11.06.26
Seit Mitte 2025 haben die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) ihre Ticketkontrollen deutlich intensiviert und setzen diesen Kurs auch im Jahr 2026 fort. Ergänzend finden regelmäßig sogenannte Sperrkontrollen an Haltestellen statt. Die bisherigen Ergebnisse bestätigen einen deutlichen Anstieg der Schwarzfahrerquote seit dem Ende der Corona-Pandemie.
„Waren vor Corona im Durchschnitt etwa 2,5 Prozent unserer Fahrgäste ohne gültiges Ticket unterwegs, sind es inzwischen rund fünf Prozent“, erklärt DVB-Vertriebsleiter Sascha Heiser. Die sinkende Zahlungsmoral gehe zulasten der ehrlichen Fahrgäste und der öffentlichen Hand, die die fehlenden Einnahmen letztlich ausgleichen müsse.
Hochgerechnet auf die 186,5 Millionen Fahrgastfahrten des Jahres 2025 waren rund 9,3 Millionen Fahrgäste ohne gültigen Fahrschein unterwegs. Nach Angaben der DVB entgehen dem Unternehmen dadurch jährlich zwischen fünf und sieben Millionen Euro an Fahrgeldeinnahmen.
„Mit den intensiven Ticketkontrollen folgen wir nicht nur der Forderung des Dresdner Stadtrates zur Sicherung unserer Einnahmen“, sagt Heiser. „Es geht uns auch um die Sichtbarkeit bei unseren ehrlichen Kunden. Das Schwarzfahren darf nicht zur Normalität werden.“
Gerade angesichts angespannter kommunaler Haushalte werde das Geld an anderer Stelle dringend benötigt. „Wir werden deshalb die intensiven Kontrollen fortsetzen“, kündigt der Vertriebsleiter an.
Neben den regulären Fahrausweiskontrollen in Bus und Bahn setzen die DVB auf sogenannte Sperrkontrollen. Die erste dieser Maßnahmen fand am 24. Juni 2025 an der Haltestelle Julius-Vahlteich-Straße in Wölfnitz statt. Weitere folgten im Verlauf der Jahre 2025 und 2026.
Bei einer Sperrkontrolle steigen die Kontrolleure bereits eine Haltestelle vor dem Kontrollpunkt zu. Fahrgäste, die versuchen, sich der Kontrolle durch Aussteigen zu entziehen, werden an der folgenden Haltestelle von weiteren Kontrolleuren und Polizeibeamten erwartet. Nach den Beförderungsbedingungen des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) muss auch nach dem Verlassen des Fahrzeugs ein gültiger Fahrschein vorgezeigt werden können.
Nach Einschätzung der DVB lassen sich Sperrkontrollen auch von erfahrenen Schwarzfahrern kaum umgehen. Weitere Einsätze dieser Art befinden sich bereits in Vorbereitung und sollen künftig auch in den Abend- und Nachtstunden stattfinden.
Alle Ticketkontrollen werden im Auftrag der DVB von speziell geschulten Mitarbeitern der Sicherheitsfirma Götz durchgeführt. Bei Sperrkontrollen kommen zusätzliche Sicherheitskräfte sowie Beamte der Polizei zum Einsatz.
Nach einem internen Richtwert soll jeder Fahrgast durchschnittlich einmal pro Quartal kontrolliert werden. Die Kontrollteams entscheiden dabei weitgehend selbstständig über Ort und Zeitpunkt ihrer Einsätze. Lediglich grundsätzliche Schwerpunkte werden zwischen DVB und den Kontrollteams abgestimmt. Dadurch sollen die Kontrollen bewusst unvorhersehbar bleiben.
Nach Angaben der DVB müssen die durch Schwarzfahrer entstehenden Einnahmeausfälle letztlich durch höhere Tarife und zusätzliche Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt ausgeglichen werden.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de