11.06.26
Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) zieht eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2025. Mit einem Umsatz von 15,6 Milliarden Euro erreicht die Branche erneut ein Rekordniveau. Wachstumstreiber war dabei vor allem der deutsche Markt, dessen Volumen um 7,7 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro gestiegen ist. „Wir können die Schiene wieder zu dem machen, was sie sein sollte: zum Rückgrat unserer Mobilität, zum Symbol deutscher Ingenieurskunst und zum internationalen Vorbild“, sagte VDB-Präsident Andre Rodenbeck.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Infrastrukturgeschäft. Die Sparte wuchs auf 4,7 Milliarden Euro an. Im Inland machen sich die Investitionen des Bundes aus den vergangenen Jahren sowie die laufenden Korridorsanierungen bemerkbar. Das Volumen stieg um 15,6 Prozent, insbesondere in den Bereichen Tiefbau, Elektrifizierung sowie Bau- und Sonderfahrzeuge. „Wenn Planungssicherheit gegeben ist, gelingt auch der Infrastrukturhochlauf auf der Schiene“, so Rodenbeck.
In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland durchschnittlich rund 2.500 Stelleinheiten (STE) pro Jahr verbaut. Dazu zählen unter anderem Stellwerke, Signale, Weichen und Achszähler. Im Jahr 2025 realisierte die Bahnindustrie mehr als 4.200 Stelleinheiten. Die Prognosen der DB InfraGO gehen für 2026 von einer weiteren Steigerung um mehr als fünfzig Prozent aus.
Mit einem Volumen von 10,9 Milliarden Euro bleibt das Fahrzeuggeschäft das größte Marktsegment der Branche. Auf dem Heimatmarkt blieb die Entwicklung jedoch hinter den Erwartungen der Industrie und den politischen Zielen zum Ausbau des Schienenverkehrs zurück.
Die Auftragseingänge entwickelten sich dagegen ausgesprochen positiv. Sie stiegen um 19 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro. Die Bestellungen von Fahrzeugen legten um zwölf Prozent zu. Das Infrastrukturgeschäft verzeichnete sogar ein Wachstum von 36 Prozent. Während die Auftragseingänge im Ausland um 92 Prozent nahezu verdoppelt wurden, lag das Plus im Inland bei 21 Prozent.
Auch die Beschäftigtenzahlen steigen weiter. Die Bahnindustrie beschäftigt inzwischen rund 57.700 Mitarbeiter direkt. Einschließlich indirekter Beschäftigung sichert die Branche nach eigenen Angaben rund 114.000 Arbeitsplätze in Deutschland.
Trotz der positiven Entwicklung mahnte Rodenbeck langfristige Planungssicherheit an: „Es handelt sich im Inland um versetzt ankommende Bundesinvestitionen der Vergangenheit. Was wir vermissen, ist die verbindliche Verstetigung der Investitionshöhe in die Zukunft. Das Sondervermögen hat ein Ablaufdatum.“
VDB-Hauptgeschäftsführerin Sarah Stark fordert deshalb einen verbindlichen Investitionsplan des Bundes: „Wir brauchen Verlässlichkeit. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Geld in einem Jahr oder einer Legislaturperiode bereitsteht, sondern dass es verlässlich über die gesamte Laufzeit eines Projekts genutzt werden kann.“
Konkret spricht sich der Verband für eine gesetzliche Verankerung der Überjährigkeit im Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz, die Einrichtung eines Eisenbahninfrastrukturfonds sowie eine Vereinfachung der Nachweisführung durch Stichprobenkontrollen aus. „Das kostet keinen einzigen Euro mehr, legt aber die Basis für Planungssicherheit und Projektaufwuchs“, so Sarah Stark.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de