15.06.26
Die öffentlichen Verkehrsmittel im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) blieben auch im Jahr 2025 stark nachgefragt. Rund 1,56 Milliarden Fahrgäste nutzten die Busse und Bahnen der 36 Verkehrsunternehmen im Verbundgebiet. Damit bewegte sich die Nachfrage weiterhin auf hohem Niveau. Mit 99,4 Prozent des bisherigen Rekordwertes aus dem Jahr 2019 blieb das Fahrgastaufkommen gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.
Auch im bundesweiten Vergleich entspricht diese Entwicklung dem allgemeinen Trend. Während der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) für 2025 bundesweit ein leichtes Fahrgastplus von rund einem Prozent meldet, bewertet das Statistische Bundesamt die Nachfrageentwicklung im öffentlichen Verkehr insgesamt als weitgehend stabil.
Innerhalb des Verbundgebiets entwickelten sich die einzelnen Verkehrsträger unterschiedlich. Die S-Bahn Berlin verzeichnete mit einem Plus von 5,9 Prozent einen deutlichen Fahrgastzuwachs. Hintergrund sind vor allem Nachholeffekte nach den streik- und baustellenbedingten Einschränkungen des Vorjahres.
Rückläufig entwickelte sich dagegen insbesondere der Regionalverkehr. Hier ging die Nachfrage um 8,8 Prozent zurück. Der Rückgang steht im Zusammenhang mit umfangreichen Bau- und Infrastrukturmaßnahmen. Insbesondere die Generalsanierung des Hochleistungskorridors Hamburg–Berlin beeinflusst seit Sommer 2025 den Regional- und Fernverkehr auf wichtigen Achsen und wirkt sich damit spürbar auf das Mobilitätsverhalten aus.
Das Verkehrsangebot blieb insgesamt weitgehend stabil. Im Regionalverkehr wurde die Betriebsleistung um 0,9 Prozent ausgeweitet. Dagegen verzeichneten U-Bahn (-2,6 Prozent), Straßenbahn (-1,2 Prozent), Bus (-0,5 Prozent) und S-Bahn (-0,1 Prozent) leichte Rückgänge.
Deutlich dynamischer entwickelten sich die Fahrgeldeinnahmen. Die kassentechnischen Bruttoeinnahmen stiegen im Jahr 2025 auf rund 1,41 Milliarden Euro und lagen damit 11,3 Prozent über dem Vorjahreswert.
Diese Einnahmesteigerung deckt allerdings nur einen Teil der gestiegenen Kosten der Verkehrsunternehmen. Insbesondere die Ausgaben für Energie und Kraftstoffe haben sich weiterhin auf hohem Niveau bewegt. Das bestehende Angebot konnte daher nur durch zusätzliche öffentliche Zuschüsse aufrechterhalten werden.
Die Entwicklung der Einnahmen wird zunehmend nicht mehr allein von der Zahl der Fahrgäste bestimmt. Einen wesentlichen Einfluss haben inzwischen Tarifmaßnahmen und neue Ticketangebote. Dazu zählen insbesondere das Deutschlandticket, das Deutschlandticket Job sowie das Deutschland-Semesterticket. Darüber hinaus wirkten sich die Preisanpassung des Deutschlandtickets auf 58 Euro sowie die Umstellung bestehender Berliner Abonnements auf das Deutschlandticket auf die Entwicklung der Abonnentenzahlen aus.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de