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Alpha Trains: ETCS für die BRB

16.06.26

Alpha Trains investiert als einer der ersten privaten Schienenfahrzeugvermieter in Deutschland in die Nachrüstung einer Bestandsflotte mit dem European Train Control System (ETCS). Die Maßnahme betrifft insgesamt 35 Elektrotriebzüge des Typs Stadler FLIRT3, die künftig weiterhin im Netz Rosenheimer Kreuz eingesetzt werden sollen.

Bei den Fahrzeugen handelt es sich um sieben dreiteilige und 28 sechsteilige Triebzüge, die von der Bayerischen Oberlandbahn GmbH unter der Marke Bayerische Regiobahn (BRB) betrieben werden. Die BRB hatte Anfang Juli 2025 von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) erneut den Zuschlag für die Konzession Rosenheimer Kreuz erhalten.

Als Eigentümer der Fahrzeuge plant Alpha Trains neben der ETCS-Nachrüstung auch ein Redesign der Züge sowie die zweite schwere Revision der sechsteiligen Fahrzeuge. Die ETCS-Ausrüstung gilt als zentrale technische Voraussetzung für den langfristigen Weiterbetrieb der Flotte auf den Strecken des Rosenheimer Kreuzes.

Für die Umsetzung arbeitet Alpha Trains mit mehreren Partnern zusammen. Die Talbot Services GmbH aus Aachen übernimmt die Durchführung der Arbeiten sowie die Projektsteuerung. Die technische Umsetzung verantwortet die InterEngineer Systems GmbH, die von der Konzeptentwicklung über Planung und Engineering bis zur Nachweisführung sämtliche technischen Aufgaben übernimmt. Zudem begleitet das Unternehmen die Wiederzulassung der umgebauten Fahrzeuge.

Die fahrzeugseitigen ETCS-Komponenten liefert Siemens Mobility. Nach Angaben der Projektpartner bündelt die Zusammenarbeit die erforderliche technische Expertise und Erfahrung für die Modernisierung der Bestandsflotte.

„Wir freuen uns sehr, dass wir dieses technische und auch terminlich anspruchsvolle Projekt für unseren Kunden Alpha Trains umsetzen dürfen. Vor allem die ETCS-Umrüstung der Fahrzeuge, die wir mit unseren Partnern InterEngineer und Siemens Mobility gemeinsam durchführen werden, ist ein wichtiger Schritt, auch Bestandsfahrzeuge für den digitalen Schienenverkehr auszurüsten“, sagt Dirk Reuters, Geschäftsführer der Talbot Services GmbH.

Eine Besonderheit des Projekts besteht darin, dass die ETCS-Nachrüstung und das Redesign nicht als eigenständige Maßnahmen erfolgen sollen. Nach dem Umbau von zwei Prototypfahrzeugen ist vorgesehen, die Serienumrüstung mit der zweiten schweren Revision und der dabei anstehenden Hauptuntersuchung zu kombinieren. Voraussetzung dafür ist die rechtzeitige Lieferung der benötigten ETCS-Komponenten.

Durch die Bündelung von Modernisierung und Instandhaltung sollen die Standzeiten der Fahrzeuge deutlich reduziert werden. Davon profitiert insbesondere die BRB als Betreiberin der Züge, da Ausfälle für Umbau- und Werkstattaufenthalte auf ein Minimum begrenzt werden können.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de