17.06.26
Am Rande des Verkehrsministerrates der Europäischen Union in Luxemburg hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) gemeinsam mit Vertretern von sechzehn weiteren Mitgliedstaaten eine Absichtserklärung zur Förderung des autonomen Fahrens unterzeichnet. Ziel ist es, die Entwicklung und den Einsatz automatisierter Fahrzeuge im regulären Verkehr europaweit besser zu koordinieren.
Die Initiative geht auf den „Industrial Action Plan for the European Automotive Sector“ der Europäischen Kommission zurück. Damit sollen Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der europäischen Automobilindustrie gestärkt werden.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erklärt: „Autonomes Fahren ist nicht nur eine technische Neuerung, sondern eine zentrale Zukunftstechnologie für unsere Mobilität. Gerade im öffentlichen Personennahverkehr und im Gütertransport entstehen dadurch neue Chancen für mehr Effizienz, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Teilhabe. Wir wollen autonome Mobilität über EU-Staatsgrenzen hinweg betreiben und harmonisierte europäische Standards für Technik, Sicherheit und Infrastruktur entwickeln. Mit dieser zeitgemäßen Initiative können wir gemeinsam mit unseren Nachbarn Frankreich und Luxemburg auf unseren bestehenden trilateralen Testfeldaktivitäten aufbauen und diese auf die nächste Stufe heben. Gemeinsam mit allen anderen unterzeichnenden Mitgliedstaaten können wir den großflächigen Einsatz automatisierter Fahrzeuge im regulären Verkehr und über nationale Grenzen hinweg ermöglichen.“
Im Mittelpunkt stehen grenzüberschreitende Testfelder, auf denen autonome Fahrzeuge unter realen Bedingungen erprobt werden sollen. Gleichzeitig sollen gemeinsame europäische Standards für Technik, Sicherheit und Infrastruktur entwickelt sowie nationale und europäische Regelwerke stärker harmonisiert werden.
Ziel ist es, die Markteinführung autonomer Fahrzeuge zu beschleunigen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas in diesem Technologiebereich zu stärken. Vorgesehen sind dabei Anwendungen sowohl im öffentlichen Personennahverkehr, einschließlich autonomer Shuttlebusse und Robotaxis, als auch im Güterverkehr.
Neben den technologischen und wirtschaftlichen Chancen sehen die beteiligten Staaten auch Vorteile für den Arbeitsmarkt. Autonome Systeme könnten dazu beitragen, den zunehmenden Personalmangel in verschiedenen Verkehrsbereichen abzumildern.
Grundlage der Zusammenarbeit ist eine rechtlich unverbindliche Absichtserklärung („Joint Declaration of Intent“), die auf einem gemeinsamen Entwurf Deutschlands, Frankreichs und Luxemburgs basiert. Insgesamt haben siebzehn Mitgliedstaaten die Erklärung im Rahmen des Verkehrsministerrates unterzeichnet.
Auf deutscher Seite sind neben dem Kraftfahrt-Bundesamt auch die Länder Baden-Württemberg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und das Saarland an der Initiative beteiligt.
Die Unterzeichnung gilt zugleich als Signal zur Stärkung des europäischen Automobilstandortes. Die beteiligten Staaten erhoffen sich davon zusätzliche Investitionen sowie eine weitere Festigung der europäischen Position bei der Entwicklung autonomer Mobilitätssysteme.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de