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München: Pro Bahn gegen Kürzungen

24.06.26

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert geplante Leistungskürzungen in der bayerischen Landeshauptstadt München. Während die Nachfrage auf Rekordniveau ist, werden auch gut gefüllte Fahrten gestrichen, wie bei der U7 oder der ehemaligen Linie 15 auf der heutigen Tram 25 tagsüber. Das vorgelegte Streichprogramm ist die Reaktion darauf, dass sich die städtische Finanzlage deutlich verschlechtert hat. Dennoch wurde noch bis vor Kurzem von der Stadt Geld für Themen ausgegeben, die bestenfalls unter „Wünsch dir was“ einsortiert werden können.

„Wir haben in den letzten Jahren mehrfach und frühzeitig vor teuren Ausgaben gewarnt, die über viele Jahre hinweg viel Geld binden werden – jedes Jahr eine mittlere zweistellige Millionenhöhe über die nächsten Jahrzehnte. Damals wollte niemand diese Kritik hören, jetzt fehlt genau dieses Geld im städtischen Etat“, so Andreas Frank weiter. Unter der schlechten politischen Prioritätensetzung sollen jetzt die Fahrgäste leiden.

„Wir fordern einen zumindest konstanten inflationsbereinigten städtischen Beitrag pro Bürger. Wenn die Politik das Wachstum des öffentlichen Verkehrs nicht abwürgen möchte, dann muss sie die ausreichende Finanzierung sicherstellen, anstatt dass volle Fahrten gestrichen werden. In einer weiterhin wachsenden Stadt darf es keine Kürzungen im Angebot geben, vielmehr muss das Angebot stetig ausgebaut werden“, so Andreas Frank, Sprecher von Pro Bahn in München.

„Um die städtischen Ziele der Verkehrswende erreichen zu können und auch um die Voraussetzungen für eine klimaresiliente und inklusive Stadt zu schaffen, muss die Stadt an ihrem Ziel festhalten, den ÖV-Anteil auf 30 Prozent zu erhöhen (ÖV30), dafür konkrete Maßnahmen ergreifen und diese auch finanzieren. Das Anpassungsprogramm zeigt aber auch, dass jetzt das Geld fehlt, das zu guten Zeiten großzügig für Maßnahmen mit relativ geringem Nutzen ausgegeben wurde“, so Andreas Frank.

Gleichzeitig fordert Pro Bahn, dass die Stadt konsequent gegen unnötige Mehrausgaben vorgeht. So sind derzeit beispielsweise fünf zusätzliche Trambahnkurse im Einsatz, um die mittlerweile verlängerten Fahrzeiten zu kompensieren. Dies entspricht Mehrausgaben in einstelliger Millionenhöhe pro Jahr.

Mitte 2021 wurde versprochen, im Jahr 2022 einen Beschlussvorschlag für das nächste Maßnahmenprogramm zur Beseitigung von Störstellen im Oberflächenverkehr in den Stadtrat einzubringen; dies steht bis heute aus. Die ungelöste Abstell- und Werkstattsituation vor allem bei Tram und U-Bahn sorgt für Fahrzeugausfälle sowie Mehrkosten bei Wartung und Instandhaltung.

Frank: „Hier hat die Stadt es selbst in der Hand, Kosten zu sparen und zugleich für ein besseres Angebot für die Fahrgäste zu sorgen.“ Ganz allgemein fordert der Verband eine politische Kultur, in der der öffentliche Verkehr nicht nur als Kostenfaktor betrachtet wird, sondern auch als positives Instrument der Verkehrswende, das mehr ist als ein Subventionsempfänger.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de