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NVV: Dieselausstieg auf Langstrecken

26.06.26

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) testet in Zusammenarbeit mit Busunternehmen und Fahrzeugherstellern den Einsatz alternativer Antriebsformen im Linienbusbetrieb. Der Testbetrieb findet auf Buslinien in allen fünf nordhessischen Landkreisen statt. Hintergrund ist, dass perspektivisch vermehrt Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf den Buslinien im NVV-Gebiet eingesetzt werden sollen.

Der NVV hat das Testprojekt initiiert und wird dieses eng begleiten. Die beteiligten Verkehrsunternehmen werden sich untereinander und mit dem NVV über ihre Erfahrungen mit dem Einsatz alternativer Antriebe im Linienbusverkehr austauschen.

„Dank des Engagements der Verkehrsunternehmen können wir uns ein gutes Bild von den verschiedenen Antriebsformen machen. Unser Ziel ist es, für jedes Einsatzgebiet – vom dichten Stadtverkehr bis hin zu topografisch anspruchsvollen Linien im ländlichen Raum – die effizienteste und klimafreundlichste Lösung zu finden. Nur durch diesen Praxisvergleich sichern wir eine nachhaltige, verlässliche und zukunftsfähige Mobilität für die Menschen in unserer Region“, sagt NVV-Geschäftsführer Marian Volmer.

Das Projekt hat Ende April mit Testfahrten der Busunternehmen Frölich Linie und BKW in den Landkreisen Werra-Meißner und Schwalm-Eder begonnen und läuft voraussichtlich bis Ende August 2026.

„Wir sind sehr positiv überrascht und beeindruckt von der Laufleistung des E-Busses, den wir bei uns auf den Linien 200 und 290 eingesetzt haben“, sagt Bianca Frölich, Geschäftsführerin des Busunternehmens Frölich Linie. „Die vom Hersteller Iveco angegebene Reichweite wird teilweise sogar übertroffen – und das, obwohl wir mit der Linie 290 auch am Hohen Meißner unterwegs sind und erhebliche Steigungen überwinden müssen. Das ist für uns in der Umlaufplanung wichtig.“

Die Linie 200 verkehrt zwischen Eschwege und Kassel und legt am Tag mehr als 500 Kilometer zurück. Das getestete Fahrzeug verfügt über einen 485-kWh-Akkuspeicher. Die Laufleistung mit einer Ladung beläuft sich auf mehr als 500 Kilometer.

Da vermieden werden sollte, dass alle E-Busse gleichzeitig abends geladen werden, nutzte Frölich Linie die im Tagesverlauf ohnehin vorgesehenen Dienstpausen des Fahrpersonals zum Laden: Am Standort in Eschwege verfügt Frölich über eine eigene Ladeinfrastruktur, da das Busunternehmen schon seit Längerem E-Busse im Stadtbusverkehr in Eschwege einsetzt.

Zwar hat der Fahrzeughersteller auch ein mobiles Ladegerät für den E-Bus mitgeliefert, doch Frölich bevorzugt die Nutzung der eigenen Ladeinfrastruktur am Standort Eschwege. Mit dieser ist die Ladezeit kürzer als mit dem mobilen Ladegerät: Mit diesem würde die Ladung des Busses etwa zwölf Stunden dauern; dies wäre somit nur über Nacht möglich. Eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur sei daher essenziell. Die Rückmeldungen der Fahrer bei der BKW fielen insgesamt positiv aus. Besonders hervorgehoben wurde der hohe Fahrkomfort im Linienbetrieb.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de