02.07.26
Mit dem Fahrplanwechsel am 14. Juni hat die Ruhrbahn die größte Neuordnung des ÖPNV-Angebots im Essener Bediengebiet seit zehn Jahren umgesetzt. Nahezu alle Linien erhielten neue Abfahrtszeiten, sechs von acht Straßenbahnlinien einen geänderten Linienweg. Darüber hinaus hat die Ruhrbahn ein zusätzliches Reinigungsprogramm an den am stärksten frequentierten Haltestellen umgesetzt.
Trotz der hohen Komplexität ist der Fahrplanwechsel aus Sicht der Ruhrbahn insgesamt gut verlaufen. Ein Fahrplanwechsel dieser Größenordnung ist ein Projekt, an dem viele Bereiche der Ruhrbahn beteiligt sind – von der Verkehrsplanung über den Fahrbetrieb mit seiner Leitstelle und die Infrastruktur bis hin zu IT und Kommunikation.
Die intensive Vorbereitung der vergangenen Monate hat sich ausgezahlt: Der Betriebsbeginn am ersten Tag des Fahrplanwechsels, Sonntag, 14. Juni 2026, verlief ruhig. Dies gilt überwiegend auch für die gesamte Woche der Hauptverkehrszeit von Montag bis einschließlich Freitag.
„Die Leitstelle war personell verstärkt, musste nur schwerpunktmäßig eingreifen. Unsere Fahrmeister unterstützten das Fahrpersonal an wichtigen Knotenpunkten wie Rathaus Essen. Minimale Nachsteuerungen, etwa im Subunternehmereinsatz, konnten kurzfristig umgesetzt werden“, erklärt Torben Skuballa, Ruhrbahn-Bereichsleiter Fahrbetrieb.
An über 1.500 Orten wurden mehr als 5.000 Fahrplanaushänge aktualisiert. Die über 160 Schienenfahrzeuge haben mehr als 300 neue Schienennetzaufkleber erhalten. Die elektronische Fahrgastinformation musste mit den neuen Fahrplandaten versorgt werden. Zur Information der Fahrgäste hat die Ruhrbahn weiterhin umfangreich über Website, ZÄPP-App und Medien informiert sowie zusätzlich über 10.000 Flyer verteilt. Rund um den Starttermin waren zusätzliche Servicekräfte im Einsatz, um die Fahrgäste an wichtigen Knotenpunkten zu unterstützen.
Bei nachfolgenden Streckenbegehungen wurden an einzelnen Stellen kleinere Mängel festgestellt, etwa Detailfehler in der Leitbeschilderung an Haltestellen sowie noch nicht überall aktualisierte Fahrpläne. Alle diese Punkte wurden jedoch innerhalb der ersten Woche zu großen Teilen bereits abgearbeitet.
„Gemessen an der Größe der Veränderungen und der Komplexität der Umsetzung haben wir in Summe wenige Fehler im Nachgang identifiziert, die wir schnell ausgemerzt haben. Insgesamt ziehen wir eine positive Bilanz zum Fahrplanwechsel“, bilanziert Anne Maertins, Ruhrbahn-Bereichsleiterin Markt und Angebot.
Die aktuelle Pünktlichkeit liegt leicht unter dem Niveau vor dem Fahrplanwechsel. Nach Einschätzung der Ruhrbahn hängt dies vor allem mit äußeren Faktoren zusammen: Sperrung der A40, Sperrungen wichtiger Stadtstraßen mit umfangreichen Umleitungen, wie der B224, sowie zusätzliche Baumaßnahmen im Bediengebiet. Diese Rahmenbedingungen wirken sich direkt auf den Bus- und den oberirdischen Schienenverkehr aus, ohne dass die Ruhrbahn darauf Einfluss hätte.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de