07.07.26
Mehr als eine Million Euro kostet jedes Jahr die Beseitigung von mutwillig herbeigeführten Schäden in Bussen, Stadtbahnen und an Haltestellen der Kölner Verkehrsbetriebe AG. Zugenommen haben insbesondere die Graffiti-Schmierereien an Bahnen – allein hier mussten im vergangenen Jahr mit großem Aufwand rund 12.000 Quadratmeter aufgesprühter Farbe beseitigt werden. Der Gesamtschaden durch Graffiti stieg zuletzt auf rund 600.000 Euro pro Jahr.
Mit dem Thema Vandalismus setzt die KVB AG in den kommenden Wochen ihre Initiative „Seid lieb zueinander“ für ein rücksichtsvolles Miteinander in Bus und Bahn fort. „Macht aus der Bahn keine Graffitiwall“ und „Macht aus der Bahn kein Stickeralbum“ heißt es auf Plakaten mit aufmerksamkeitsstarken Motiven. Diese werden vielerorts zu sehen sein: an Haltestellen, auf Multifunktionsanzeigern in den Bahnen, auf Infoscreens in zentralen U-Bahn-Haltestellen sowie auf digitalen Displays in den Kundencentern.
In der letzten Woche ist im Foyer der KVB-Hauptverwaltung in Braunsfeld zudem die Ausstellung „Die ‚Kunst‘ des Schadens – eine Rechnung, die ganz Köln bezahlt“ eröffnet worden. Zu den Exponaten gehört ein zerstörtes Fahrgastinformationsgerät, das an Haltestellen über die Abfahrtszeiten der Busse und Bahnen informiert. Ausgestellt werden außerdem ein zerstörtes Haltestellenschild, ein angezündeter Mülleimer und Bilder von besprühten Stadtbahnen.
„Die durch Vandalismus verursachten Schäden kosten öffentliche Gelder und Arbeitszeit – beides würden wir lieber in anderen Bereichen für unsere Fahrgäste investieren. Darüber hinaus mindern Beschädigungen an Haltestellen die Aufenthaltsqualität für unsere Kunden, auch die Fahrzeugverfügbarkeit leidet unter mutwilligen Beschädigungen“, sagte KVB-Vorstand Peter Densborn bei der Ausstellungseröffnung.
Unterstützt wird die nächste Phase der Initiative „Seid lieb zueinander“ von Musiker Mo-Torres. Der bekannte Kölner Rap- und Popkünstler greift in zwei Videos die Themen Graffiti und Aufkleber auf und trägt mit seiner authentischen Ansprache dazu bei, insbesondere junge Menschen für ein verantwortungsvolles Verhalten im öffentlichen Raum zu sensibilisieren.
Schäden durch Vandalismus an Haltestellen und in den Fahrzeugen bewegen sich seit Jahren auf hohem Niveau. Jedes Jahr verzeichnet die KVB zwischen 60 und 120 größere Schäden an Stadtbahnen, vor allem an Türen und Fenstern. Die Reparaturkosten liegen in diesen Fällen meist zwischen 3.000 und 4.000 Euro. In den Bussen wird häufig der sogenannte Kinnschutz beschädigt; hierbei handelt es sich um die Polsterung an einigen Querstangen im Fahrgastraum. An den Haltestellen mussten im vergangenen Jahr zudem 44 mutwillig zerstörte Sitzbänke ersetzt werden.
Zugenommen hat in den vergangenen Jahren insbesondere das Besprühen von Stadtbahnen mit Graffiti. Die Auswirkungen sind enorm, denn die zur Reinigung anstehenden Triebzüge fehlen im Fahrgastbetrieb.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de