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S-Bahnausschreibung in Nürnberg

09.07.26

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat gemeinsam mit dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg das Vergabeverfahren „S-Bahn Nürnberg 2031+“ im Umfang von 8,3 Millionen Zugkilometern pro Jahr gestartet. Im Rahmen des europaweit offenen Vergabeverfahrens wird nun jenes Unternehmen gesucht, das künftig von Dezember 2030 bis Dezember 2044 die S-Bahn-Linien im Großraum Nürnberg betreibt. Der Zuschlag wird voraussichtlich im ersten Quartal 2027 erfolgen.

Es handelt sich um die erste Ausschreibung bei der Nürnberger S-Bahn gemeinsam mit Baden-Württemberg, da die Verlängerung des Netzes ins Nachbarland nach Crailsheim ab Ende 2024 noch im laufenden Vertrag realisiert worden ist. Aktuell ist DB Regio das mit den Leistungen beauftragte Eisenbahnverkehrsunternehmen.

„Die Nürnberger S-Bahn ist ein wichtiger Pfeiler im bayerischen Bahnverkehr. Die Nachfrage dort ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen – auf zuletzt 518 Millionen Personenkilometer im Jahr 2025. Wir wollen diese Erfolgsgeschichte auch im nächsten und übernächsten Jahrzehnt fortschreiben und machen bei der Ausschreibung trotz knapper Kassen und Unsicherheiten bei der Bundesfinanzierung keine Abstriche. Wichtig für die Kontinuität dieses Angebots wird angesichts der vielen attraktiven Fernverkehrstrassen im Knoten Nürnberg aber auch sein, dass die Bundespolitik die Weichen so stellt, dass wir künftig auch für die S-Bahnen die nötigen Trassen bekommen werden“, betont Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), der auch Aufsichtsratsvorsitzender der BEG ist.

Mehr als vier Jahre zwischen Zuschlagserteilung und Betriebsaufnahme sollen mögliche Rechtsverfahren abfedern. Bei der letzten Vergabe sollte zunächst National Express einen Teilzuschlag erhalten, zog das Angebot jedoch später wieder zurück, nachdem DB Regio als unterlegener Bieter ein sehr langes und aufwendiges Verfahren geführt hatte. Gleichzeitig hat das zuständige Oberlandesgericht der BEG eine Neubewertung auferlegt, ohne abschließend zu entscheiden. Sollte sich das wiederholen, verfügt die BEG nun über einen deutlich größeren zeitlichen Puffer. Der Faktor Zeitverzögerung wird daher wesentlich an Bedeutung verlieren.

„Das Angebot der S-Bahn Nürnberg bewegt sich auf einem insgesamt hohen Niveau, speziell nach den jüngsten Verbesserungen“, sagt Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG. „Dazu zählen die Einführung des 20-Minuten-Takts zwischen Nürnberg und Erlangen und die Verlängerung der S4 nach Crailsheim. Unser Verkehrsangebot deckt die Fahrgastnachfrage gut ab, und es besteht noch ein ausreichender Kapazitätspuffer für weiteres Fahrgastwachstum, auch durch die längeren Züge am Wochenende, die wir ab Ende 2030 bestellen. Wo es aktuell in der Hauptverkehrszeit voll wird in den Nürnberger S-Bahnen, macht es in der Regel die Infrastruktur unmöglich, das Angebot aufzustocken – zum Beispiel zwischen Nürnberg und Fürth, wo für die S-Bahn leider nur ein Gleis zur Verfügung steht.“

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de