10.07.26
Ende 2027 werden in Tübingen 47 Linienbusse elektrisch, leise und emissionsfrei durch die Universitätsstadt rollen. Das entspricht rund 60 Prozent der TüBus-Flotte. An der Elektrifizierung des Tübinger ÖPNV arbeiten die Stadtwerke Tübingen und die TüBus GmbH seit vielen Jahren. Jetzt erhielten sie aus den Händen von Ministerialdirektor Christian Schneider den Förderbescheid des Landes Baden-Württemberg über knapp 23 Millionen Euro, der den Ausbau der Bus-Ladeinfrastruktur kräftig anschiebt.
Die TüBus GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Tübingen, bereitet bereits den Bau der ersten größeren E-Bus-Ladestandorte vor. Der Förderbescheid gibt TüBus Planungs- und Finanzierungssicherheit für das große Ziel einer weitgehend elektrischen Busflotte bis Ende 2028.
Die Konzepte für die dafür benötigte Ladeinfrastruktur (LIS) sind schon seit einigen Jahren in Arbeit. Die Komplexität eines elektrifizierten Linienbusverkehrs ist hoch. Fahrzeuge, Ladezeiten und Verkehrsplanung müssen präzise aufeinander abgestimmt sein.
Bei einem Vor-Ort-Termin am Busbereitstellungsplatz Europastraße wurde deshalb nicht nur der Förderbescheid offiziell übergeben. TüBus präsentierte einen der neuen Pantographen-E-Busse und stellte die laufenden Planungen sowie die anstehenden Bauvorhaben vor.
„Klimaschutz im Nahverkehr wird erst dann Realität, wenn die Infrastruktur dahinter funktioniert. Mit der Übergabe des Förderbescheids über 23 Millionen Euro für die neue E-Bus-Ladeinfrastruktur schafft das Land eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass wir den emissionsfreien Busverkehr in Tübingen konsequent ausbauen können“, sagt Boris Palmer (parteilos), Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadtwerke Tübingen.
Seit 2025 fahren bereits einige neue E-Busse durch Tübingen, die technisch dafür ausgerüstet sind, an Pantographen-Ladestationen zu laden. Nach dem Ausfahren des Ladearms (Pantograph) auf dem Dach verbindet sich der E-Bus zum schnellen Aufladen mit einer Ladehaube, die an einer Brückenkonstruktion hängt. Das Laden geht dadurch deutlich schneller als per Ladekabel, zudem können höhere Ladeleistungen übertragen werden: Bis zu 360 Kilowatt (kW) Ladeleistung liefert jede Ladehaube.
Neun davon sollen 2027 am neuen Ladestandort auf dem Busbereitstellungsplatz an der Europastraße in Betrieb gehen, dazu kommen zwei Stecker-Ladeplätze. Zwei weitere Pantographen-Ladepunkte mit jeweils 360 kW entstehen am Omnibusbahnhof (ZOB). Fünf Stecker-Ladeplätze kommen auf dem Betriebsgelände der Omnibusfirma Schnaith hinzu.
Bereits seit dem Frühjahr bereitet TüBus auf dem ehemaligen Betriebsgelände des Autohauses Kimmerle in der Schaffhausenstraße 21 neue Pantographen- sowie zwei Stecker-Ladeplätze vor. Künftig entsteht dort der größte dezentrale Bus-Ladestandort im Stadtgebiet. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur erstreckt sich über mehrere Ausbaustufen und soll einige Jahre in Anspruch nehmen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de