14.07.26
Seit dieser Woche läuft die Korridorsanierung auf der rechten Rheinstrecke zwischen Troisdorf und der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. DB InfraGo modernisiert voraussichtlich bis zum 12. Dezember eine der bedeutendsten Eisenbahnachsen Europas – betroffen sind der Regionalverkehr, vor allem aber auch der dort stark vertretene Güterverkehr.
go.Rheinland, der Aufgabenträger für den SPNV im südlichen Nordrhein-Westfalen, begrüßt die Sanierung der Strecke: „Das in die Jahre gekommene und marode Schienennetz stellt uns immer wieder vor große Herausforderungen. Daher freuen wir uns, dass in den kommenden fünf Monaten die Grundlage für einen leistungsfähigeren und zuverlässigeren Schienenverkehr gelegt wird“, so go.Rheinland-Geschäftsführer Norbert Reinkober. „Gleichzeitig möchte ich aber betonen, dass wir erwarten, dass die geplanten Maßnahmen vollständig und unter Einhaltung des vorgesehenen Zeitplans umgesetzt werden.“
Zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel ist der Ausbau der S-13-Strecke die Hauptmaßnahme im go.Rheinland-Gebiet. Zudem werden die Stationen Niederdollendorf, Königswinter und Rhöndorf modernisiert sowie der Bahnhof Bad Honnef verlegt und neu gebaut.
Norbert Reinkober betont: „Gerade im Hinblick auf die Herstellung der Barrierefreiheit werden enorme Verbesserungen erreicht. Diese kommen allen unseren Fahrgästen, ob mit Handicap oder ohne, zugute.“
Gemeinsam mit den Partnern wurde ein umfangreiches Konzept für den Schienenersatzverkehr entwickelt. Zum Einsatz kommen moderne Busse, die unter anderem mit USB-Ladeanschlüssen und WLAN ausgestattet sind. Um möglichst vielen Fahrgästen die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Ersatzverkehr zu ermöglichen, kann die Mitnahme von Fahrrädern nicht garantiert werden. Kinderwagen und Rollstühle haben stets Vorrang. Klapp- und Falträder sowie E-Tretroller können zusammengeklappt als Gepäckstück kostenfrei mitgenommen werden.
Bei den zurzeit laufenden Probefahrten wurde die Verkehrssituation für die SEV-Busse aufgrund der Sperrung der Bonner Nordbrücke ermittelt. Als Konsequenz wurde ein zusätzlicher Bus bestellt, um mögliche Verspätungen abfangen zu können.
Im go.Rheinland-Gebiet wird die Rheinfähre „Königswinter IV“ in den Schienenersatzverkehr eingegliedert. Sie bietet den Fahrgästen zwischen Königswinter und Mehlem eine zuverlässige und gleichzeitig flexible Möglichkeit zur Rheinquerung, um die linksrheinischen Zugverbindungen am Bahnhof Mehlem zu erreichen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Fußgänger und Radfahrer.
Für die Nutzung ist ein gültiger Fahrausweis des Rheinlandtarifs ausreichend; ein zusätzliches Fahrradticket ist nicht erforderlich. Motorisierte Fahrzeuge sind von der Integration ausgeschlossen. Im angrenzenden Rheinland-Pfalz kann während der Zeit der Korridorsanierung auch die Personenfähre „Nixe“ zwischen Erpel und Remagen mit klassischen ÖPNV-Tickets genutzt werden.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de