14.07.26
Mit Unterstützung künstlicher Intelligenz versucht die Hamburger Hochbahn AG gemeinsam mit der Hochbahn-Wache aktuell, die Verkehrssicherheit zu erhöhen – etwa wenn jemand auf dem Bahnsteig kollabiert oder Personen unbefugt die Gleise betreten. Durch den Einsatz von KI soll die Reaktionszeit deutlich verkürzt werden. Die Kameras sollen mithilfe einer KI-gestützten Videobildanalyse eine automatische Mustererkennung zur schnelleren Identifizierung sicherheitskritischer Ereignisse ermöglichen.
Das heißt: Kommt es in einer Haltestelle zu einem außergewöhnlichen Ereignis, erkennt die KI-Software eine potenziell sicherheitsrelevante Situation und gibt einen automatischen Hinweis an die Leitstelle, die jeden eingehenden Vorfall prüft. Dazu zählen beispielsweise Personen im Gleisbereich, liegende Menschen, Gedränge am Bahnsteig oder tätliche Auseinandersetzungen. Kurzum: auffällige Verhaltensmuster oder Gefahrensituationen. Je früher diese erkannt werden, desto schneller kann Hilfe geleistet werden.
Jens-Günter Lang, Vorstand Technik der Hochbahn, erklärt: „Bei 93 U-Bahn-Haltestellen und immer mehr Fahrgästen in den letzten Jahren ist klar: Die Anforderungen an Schutzkonzepte steigen. Daher setzen wir uns gemeinsam mit der Hochbahn-Wache stetig mit Möglichkeiten auseinander, wie wir die Sicherheit und das subjektive Sicherheitsgefühl unserer Fahrgäste gewährleisten beziehungsweise weiter erhöhen können. Wir sehen viel Potenzial im Bereich der Künstlichen Intelligenz, das zeigt unser Pilotprojekt zur KI-gestützten Videoerkennung.“
Die Hochbahn hat die hierfür erforderliche Technik bereits an drei ausgewählten, stark frequentierten Haltestellen – Barmbek, Baumwall und Berliner Tor – in unterschiedlichen Zeiträumen getestet. In einem ersten Schritt wurde zunächst geprüft, ob sich die bestehende Kameratechnik an U-Bahn-Haltestellen mit KI verknüpfen und nutzen lässt. In einer zweiten Phase kam an den Haltestellen Barmbek und Baumwall neue Kameratechnologie zur KI-basierten Mustererkennung zum Einsatz, die gegenüber den Bestandskameras erhebliche Vorteile zeigte.
Für Fahrgäste waren diese Tests mit der KI-gestützten Videoerkennung, die in Einklang mit den geltenden Datenschutzvorgaben der DSGVO stehen, von außen nicht wahrnehmbar.
Jens-Günter Lang zu den bisherigen Erkenntnissen aus dem Projekt: „Die KI-gestützte Videoanalyse bietet vielversprechende Möglichkeiten, sicherheitskritische Situationen frühzeitiger zu erkennen – das betriebliche Potenzial ist gegeben. Wir planen, neben den Testhaltestellen Baumwall und Barmbek noch in diesem Jahr neue Kameratechnologie zusätzlich an den Landungsbrücken sowie 2027 auch am Hauptbahnhof Süd zu erproben.“
Inwiefern KI langfristig einen festen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit an den U-Bahn-Haltestellen der Hochbahn leisten kann, wird sich noch zeigen müssen. Unabhängig davon bleiben aufmerksame Mitarbeiter auch künftig unverzichtbar – sowohl am Bahnsteig als auch in der Leitstelle.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de