15.07.26
Die DB InfraGo hat die Vorplanung für den Nordzulauf zum Brenner-Basistunnel abgeschlossen und eine Vorzugstrasse ermittelt. Sie hat damit die Voraussetzungen für die parlamentarische Befassung des Bahnprojekts im Deutschen Bundestag geschaffen. Nun entscheidet der Deutsche Bundestag über den weiteren Fortgang des Projekts.
Das Projektteam der DB InfraGo hat in enger Zusammenarbeit mit der Region und auf Grundlage zahlreicher technischer Untersuchungen eine leistungsfähige Strecke entsprechend den Vorgaben des Bundesverkehrswegeplans geplant. Sie soll den zusätzlichen Verkehr zum Brenner-Basistunnel aufnehmen und zugleich mehr Nahverkehr auf der weiterhin bestehenden Bestandsstrecke ermöglichen.
Die geplante zweigleisige Neubaustrecke berücksichtigt die besonderen Verhältnisse im bayerischen Inntal. Mehr als die Hälfte der Strecke soll in Tunneln verlaufen.
Der Verlauf der Neubaustrecke wurde im Dialog entwickelt. Dafür gab es mehr als 270 Sitzungen in Dialogforen sowie Informationsveranstaltungen und Hunderte Einzelgespräche. Zahlreiche Hinweise sind in den Trassenverlauf eingeflossen. Darüber hinaus konnte die Region weitere Kernforderungen einreichen, die bewertet wurden und in den parlamentarischen Prozess eingebracht werden.
Matthias Neumaier, DB InfraGo-Gesamtprojektleiter für das Bahnprojekt Brenner-Nordzulauf: „Wir haben unseren Planungsauftrag erfüllt und die verkehrliche Zielsetzung aus dem Bundesverkehrswegeplan erreicht. Die neu geplante Strecke kann die zusätzlichen Güterverkehre aufnehmen, die der Brenner-Basistunnel ermöglichen wird. Der Fernverkehr zwischen Deutschland, Österreich und Italien profitiert von kürzeren Reisezeiten. Mit der neuen Brennerachse zwischen München und Verona können wir mehr Verkehr von der hochbelasteten Straße auf die umweltfreundliche Schiene verlagern.“
Die Kernforderungen beziehen sich auf viele verschiedene Aspekte. Überwiegend wurden zusätzlicher Lärm- und Erschütterungsschutz sowie Anpassungen im Trassenverlauf gefordert, etwa weitere Tunnelanteile. Darüber hinaus gab es konkrete regionale Wünsche, beispielsweise eine Rad- und Fußgängerbrücke parallel zur geplanten Innquerung.
Einige Kernforderungen entsprechen nach Prüfung der DB InfraGo nicht der verkehrlichen Zielsetzung aus dem Bundesverkehrswegeplan oder sind nach den aktuellen technischen Standards nicht genehmigungsfähig.
Das von Bürgerinitiativen eingereichte „Alternativkonzept“ würde nach erster Analyse der DB InfraGo vor allem auf der Verbindung Rosenheim – Mühldorf – Landshut zu erheblichen zusätzlichen Betroffenheiten führen. Die verkehrliche Zielsetzung wäre dennoch nicht erfüllbar. Eine gewünschte unterirdische Verknüpfungsstelle im Wildbarren erfüllt zudem die sicherheitstechnischen Vorgaben nicht. Aus der Region – von Kommunen bis hin zu Einzelpersonen – wurden insgesamt 119 Kernforderungen eingereicht. DB InfraGo hat diese in die Planung einfließen lassen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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58453 Witten
Quelle: Zughalt.de