17.07.26
Die Nachfrage nach Bus und Stadtbahn in Bielefeld steigt weiter und erreicht mit 60,7 Millionen Fahrgastfahrten ein neues Rekordniveau. Gleichzeitig steht die Branche vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Auch für moBiel gilt: Trotz steigender Fahrgastzahlen bleibt die Finanzierung des ÖPNV eine zentrale Aufgabe. „Die außerordentliche Nachfrageentwicklung unterstreicht die Bedeutung des Angebots für Klimaschutz, Erreichbarkeit und Lebensqualität in Bielefeld“, sagt moBiel-Geschäftsführer Martin Uekmann.
Während in vielen Städten über Angebotskürzungen diskutiert werde, stehe moBiel weiterhin für ein verlässliches und leistungsfähiges Angebot. Sehr gute Pünktlichkeitswerte sowie Investitionen in die Infrastruktur – etwa durch neue Hochbahnsteige und Fahrzeuge – erhöhten die Attraktivität des Gesamtsystems. Auch der Wechsel der beauftragten Busunternehmen sei reibungslos verlaufen und trage zu einer verbesserten Fahrzeugqualität bei.
Mit der Fertigstellung der Hauptstraße in Brackwede wurde 2025 ein Meilenstein für das Bielefelder Stadtbahnsystem erreicht. Daneben standen zahlreiche Maßnahmen im Fokus, die den Betrieb im Alltag weiter verbessern und zukunftsfähig machen. Dazu gehörte etwa die Gleissanierung am Niederwall, die bewusst in den Sommerferien durchgeführt wurde, um die Einschränkungen für die Fahrgäste möglichst gering zu halten.
Ein prägendes Thema des Jahres war zudem die Digitalisierung. Mit der Einführung mobiler Ticketautomaten in den Bussen wurde ein technisch notwendiger und zukunftsorientierter Schritt vollzogen. Zur besseren Orientierung wurde an der Stadtbahnhaltestelle Jahnplatz ein neues Wegeleitsystem installiert – insbesondere für Gelegenheitsfahrer eine spürbare Verbesserung.
So positiv die Nachfrageentwicklung ist: Die wirtschaftliche Lage bleibt herausfordernd. Das Jahresergebnis vor Ergebnisabführung und Betriebskostenzuschuss der Stadt Bielefeld belief sich 2025 auf minus 48,6 Millionen Euro (Vorjahr: minus 44,0 Millionen Euro). Ursächlich für die Entwicklung sind vor allem höhere Personalaufwendungen, steigende Energiepreise sowie zunehmende Kosten für Instandhaltung und Betrieb. Dennoch fällt das Defizit um 2,6 Millionen Euro geringer aus als geplant.
Die Umsatzerlöse stiegen von 54,4 Millionen Euro auf 62,2 Millionen Euro. Davon entfielen 57,8 Millionen Euro auf Fahrgeldeinnahmen (2024: 48,3 Millionen Euro). Diese Entwicklung hängt unter anderem mit steigenden Fahrgastzahlen und der Preiserhöhung des Deutschlandtickets von 49 auf 58 Euro zusammen.
Für das Jahr 2025 beträgt der Betriebskostenzuschuss der Stadt gemäß Finanzierungsvereinbarung 30,6 Millionen Euro. Verluste bis zu einer Höhe von 18 Millionen Euro werden von den Stadtwerken finanziert. Insgesamt investierte moBiel 46,9 Millionen Euro (2024: 44,6 Millionen Euro). Davon flossen 20,2 Millionen Euro in die Stadtbahninfrastruktur der Linie 1.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de