21.07.26
Die Reaktivierung der Ratinger Weststrecke für den Personenverkehr kommt einen wichtigen Schritt voran: Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und die Deutsche Bahn haben in der vergangenen Woche eine Planungsvereinbarung für die Aufnahme der Leistungsphase 1+ unterzeichnet. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um die nächsten Planungsschritte für den Ausbau der Strecke auf den Weg zu bringen. Bereits eine vom VRR beauftragte Machbarkeitsstudie hatte die grundsätzliche Durchführbarkeit einer Reaktivierung für den Personenverkehr bestätigt.
„Wir wollen dieses Projekt“, betonte VRR-Vorstand Oliver Wittke. „Die Ratinger Weststrecke bietet große Chancen für den Schienenverkehr in der Region. Alle Beteiligten unterstützen das Projekt und sind bestrebt, es voranzubringen. Dabei bleibt die Wirtschaftlichkeit auch künftig ein zentraler Bewertungsmaßstab für die Realisierung des Vorhabens.“
Gemeinsam mit den Städten Düsseldorf, Duisburg und Ratingen sowie dem Kreis Mettmann verfolgt der VRR das Ziel, die heute überwiegend vom Güterverkehr genutzte Strecke langfristig wieder für den Personenverkehr nutzbar zu machen. Hierzu haben alle beteiligten Gebietskörperschaften und der VRR bereits eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.
Die Reaktivierung für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) soll die Schienenverbindungen im stark belasteten Korridor zwischen Düsseldorf und Duisburg stärken und einen wichtigen Beitrag zur Leistungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit des regionalen Bahnnetzes leisten.
Die Planungen werden dabei eng mit den kommunalen Verkehrs- und Stadtentwicklungsplanungen in Ratingen und Duisburg abgestimmt. Die baulichen Maßnahmen sollen nicht isoliert betrachtet werden, sondern Teil einer langfristigen Entwicklung von Mobilität, Wohnstandorten und Wirtschaftsflächen in der Region sein.
Die nun vereinbarten Planungsleistungen der Leistungsphase 1+ sollen ein belastbares Bild der erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen sowie eine verlässliche Kostenschätzung für den Ausbau der Ratinger Weststrecke liefern. Dafür werden die bestehenden Rahmenbedingungen analysiert, erste Planungskonzepte entwickelt und die notwendigen Investitionen konkretisiert.
Neben der Bestandsaufnahme umfasst die Leistungsphase 1+ auch einzelne Inhalte der Leistungsphase 2. Dazu gehört insbesondere die Bestandsmodellierung durch die Erstellung eines BIM-Modells (Building Information Modeling). Dabei handelt es sich um ein digitales 3D-Modell, das geometrische Daten, Kosten, Termine und technische Anlagen zusammenführt.
Die Ratinger Weststrecke besitzt zudem eine hohe Bedeutung für die Netzresilienz. Die bestehende Hauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg zählt zu den am stärksten belasteten Eisenbahnkorridoren Deutschlands. Die Ratinger Weststrecke könnte künftig als wichtige Ausweichstrecke sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr zum Zwecke der Entlastung dienen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de