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Konstant hohes Investitionsniveau

24.07.26

In Deutschland wurde im vergangenen Jahr erneut auf hohem Niveau in das Bundesschienennetz investiert. Das geht aus einer Auswertung der Pro-Kopf-Investitionen von Allianz pro Schiene und SCI Verkehr hervor. Demnach erhöhte der Bund seine Ausgaben für das Schienennetz im Jahr 2025 auf 222 Euro je Einwohner.

Die Allianz pro Schiene appelliert an die Bundesregierung, das hohe Investitionsniveau dauerhaft zu sichern und insbesondere für den dringend erforderlichen Kapazitätsausbau langfristig zusätzliche Mittel bereitzustellen. Darüber hinaus fordert das Verkehrsbündnis eine neue Finanzierungsarchitektur. Nur so könnten Aus- und Neubauprojekte künftig verlässlich und über mehrere Jahre finanziert werden.

Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, sagte bei einer Pressekonferenz in Berlin: „Deutschland hat es in den vergangenen zwei Jahren geschafft, die Investitionen in das Schienennetz deutlich zu steigern. Das begrüßen wir ausdrücklich. Jedoch ist es völlig unverständlich, dass trotz des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität der Aus- und Neubau des Schienennetzes weitgehend auf der Strecke bleibt. Auch an der Art, wie das Geld investiert wird, muss sich etwas ändern: Investitionen ins Schienennetz dürfen nicht Jahr für Jahr davon abhängig gemacht werden, wie viel im Bundeshaushalt übrig bleibt. Der Bund muss endlich eine verlässliche Finanzierung über mehrere Jahre aufbauen, wie es etwa in der Schweiz seit vielen Jahren der Fall ist.“

Der Geschäftsführer des Beratungsunternehmens SCI Verkehr, Alexander Borchers, ergänzte: „Das Sondervermögen darf nicht dazu führen, dass wir die Eisenbahn von gestern neu bauen. Jeder investierte Euro muss das Netz leistungsfähiger, digitaler und robuster machen – für mehr Kapazität, mehr Zuverlässigkeit und die Herausforderungen von Klima, Demografie und Verteidigung.“ Nach Ansicht der Allianz pro Schiene fehlt es weiterhin an einer klaren strategischen Steuerung durch den Bund.

Flege: „Ziel muss es sein, dass die Kapazitäten des Schienennetzes ausreichen für pünktliche Züge und besser aufeinander abgestimmte Anschlüsse. Schon lange arbeitet der Bund an einem Konzept für den Deutschlandtakt, in dem notwendige Aus- und Neubaumaßnahmen für den Personen- und Güterverkehr klar priorisiert werden sollen. Dieses sogenannte Etappierungskonzept ist das Gerüst für den seit Jahren angekündigten Infraplan. Um den Infraplan finanziell zu hinterlegen, hat die Koalition einen Eisenbahninfrastrukturfonds angekündigt. All dies lässt aber noch auf sich warten. Die Bundesregierung muss jetzt ins Machen kommen und zeigen, dass sie einen klaren Fahrplan für die Zukunft der Schiene hat.“

Ein Aspekt bleibt in der aktuellen Debatte jedoch weitgehend unberücksichtigt: der Aufbau eines ausreichenden Planungsvorrats. Selbst wenn zusätzliche Finanzmittel bereitstehen, können sie nur dann kurzfristig eingesetzt werden, wenn bereits genehmigungsreife oder weit fortgeschrittene Projekte vorliegen. Fehlen diese Planungen, verzögern sich Investitionen trotz vorhandener Mittel. Ein ausreichender Planungsvorrat ist deshalb eine wesentliche Voraussetzung dafür, den Ausbau des Schienennetzes dauerhaft zu beschleunigen.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de